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Edinburgh: Betrunkener Student wollte eigentlich nur spazieren gehen – und läuft 805 Kilometer

Ein 20-jähriger schottischer Student ist noch in betrunkenem Zustand zu einem Spaziergang aufgebrochen und hat dabei seine Freude am Laufen entdeckt. Jetzt will er weiter bis nach Spanien gehen. 

Mann wandert

Der 20-jährige Barney ist zu Fuß schon 804 Kilometer weit gelaufen (Symbolbild) 

Getty Images

Eigentlich wollte der 20-jährige Barney Rule nur spazieren gehen und über eine folgenschwere Entscheidung nachdenken, die er getroffen hatte: Der Student der Universität Edinburg hatte beschlossen, sein Studium der Geschichte und Politik abzubrechen. Vermutlich wäre er aufgrund zu vieler verpasster Seminare ohnehin rausgeflogen. Doch dann kam alles ganz anders – und ein bisschen daran schuld ist auch der Alkohol. Um seine Entscheidung zu feiern, hatte Barney mit Freunden ein bisschen was über den Durst getrunken. Verkatert merkte er dann, dass er dringend den Kopf freibekommen musste und brach noch in derselben Nacht zu einem Spaziergang auf.

Als die Sonne aufging, lief Barney weiter. In seinem noch etwas benebelten Hirn war die Idee entstanden, 500 Meilen weit zu Fuß zu gehen, wie es die schottischen "The Proclaimers" singen. Also setzte er seine Reise fort.

Mittlerweile ist ein Monat vergangen und Barney ist im Süden Frankreichs gelandet. "Ich wollte immer schon zu Fuß bis nach Spanien laufen, aber erst als ich vergangenen Monat mit meinen Freunden betrunken war, bin ich endlich losgegangen", erklärte er seinen Fußmarsch dem Portal "ladbible". 

"Es ist unglaublich, wie freundlich Fremde zu mir sind" 

In der zweiten Nacht war er schon 20 Kilometer weit gekommen. "Ich wusste nicht, ob das legal ist, aber ich wusste, dass es mir half, meinen Kopf freizubekommen. Erst habe ich nur sehr wenig geschlafen, aber dann habe ich mir unterwegs ein Zelt geholt und ein paar andere Sachen und ich merkte, wie gut es mir tut, alleine auf den Straßen unterwegs zu sein. Wie freundlich Menschen zu mir waren, ist unglaublich." 

Immer wieder hätten Fremde ihm erlaubt, auf ihrem Grundstück sein Zelt aufzuschlagen. Ab und zu hätte er auch in einem AirBnB schlafen müssen, aber alles in allem hätte er nicht mehr als 1.000 Dollar im Monat ausgegeben. 

"Viele Leute dachten, ich würde gerade durch eine Art Krise gehen, in der ich von dem Geld von Mama und Papa lebe, aber das habe ich nicht getan. Alles ist von mir selbst finanziert durch den Teilzeitjob, den ich in einer Bar hatte – und mein Uni-Stipendium." 

Seit er nicht mehr an der Uni ist, lerne er viel mehr 

Auch betont Barney, dass er das Studium nicht abgebrochen habe, weil er es nicht ernstgenommen habe, er habe einfach festgestellt, dass es nichts für ihn sei. "Jetzt fühle ich mich, als würde ich viel mehr lernen, weil ich mich, seit ich reise, für viel mehr interessiere." 

Vor seiner Reise sei er abhängig von den sozialen Medien gewesen, jetzt schätze er alles viel mehr. Unterwegs habe er außerdem etwas Spanisch und Französisch gelernt. Sein Plan lautet nun: weiter bis nach Valencia laufen, dann zurück bis nach Paris gehen und dann über alles schreiben, was er gelernt hat. 

"Das ist mein Ziel, aber hoffentlich habe ich, wenn es soweit ist, noch einen viel besseren Plan." 

Quelle: "ladbible"

ame