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#NEONDamenwahl

5 Fragen an junge Feministen: Waldemar Zeiler: "Die Kennzeichnung der Anti-Feministen sollte deutlicher ausfallen"

Am 19. Januar vor 100 Jahren durften Frauen in Deutschland zum ersten Mal wählen. Wir nutzen diesen Anlass, um mit jungen Feministen und Feministinnen zu sprechen und sie zu fragen: Warum brauchen wir immer noch Feminismus? Wo hakt es noch? Und wo läuft es gut? Den Anfang macht Waldemar Zeiler von "Einhorn".

Waldemar Zeiler ist einer der Gründer von "Einhorn"

Waldemar Zeiler gründete gemeinsam mit Philip Siefer das Start-Up "Einhorn"

Die Idee zur fairen Kondommarke "Einhorn" kam Waldemar Zeiler und seinem Kumpel Philip Siefer in Berlin-Kreuzberg. Inzwischen sind die veganen Lümmeltüten längst kein Geheimtipp mehr. Und Waldemar ist noch lange nicht fertig: Bald sollen die Menstruationsprodukte von "Einhorn" auf den Markt kommen – natürlich ebenfalls fair.

Ansonsten findet er: Der beste Weg, den Frauenanteil auf Bühnen und Panels zu erhöhen, wäre, Frauen statt Männer zu buchen. Und Männer nur noch im Vulva-Kostüm auf Bühnen und Panels zu lassen. Klingt vernünftig. Was er noch so zum Thema Feminismus zu sagen hat, lest ihr hier: 

1. 100 Jahre Frauenwahlrecht: Warum braucht es immer noch Feministen?

Ist so ein bisschen wie die Frage, warum man Bio-Label braucht. Bio sollte das neue "normal" sein und stattdessen alle anderen Produkte gekennzeichnet werden mit "schadstoffhaltig", "unnachhaltig", "gen-manipuliert" und so weiter. Deswegen braucht es eher weniger Feministen, aber die Kennzeichnung der Anti-Feministen sollte deutlicher ausfallen – zum Beispiel "hat-den-Gong-nicht-gehört", "Mittelalter-ist-sein-Ding" oder einfach nur "Penis". 

2. Wofür brennst du besonders – und warum?

Gehaltstransparenz. Sie zwingt uns, über unseren Wert nachzudenken und wie wir ihn bemessen. Sehr brisantes Thema mit spannenden Diskussionen und sie bekämpft fast automatisch die Ungleichheit der Geschlechter, weil man sich als Arbeitgeber plötzlich vielen spannenden Fragen aussetzt.

3. Was läuft gut? Was braucht noch Veränderung?

Das (letzte) Aufbäumen der alten weißen Männer (siehe Trump und Co.) zwingt uns (Feministen) alle, unsere Energie nochmal richtig zu mobilisieren und das Momentum dieses Widerstands zu halten. Alles andere wird kommen, da wir kurz vorm tipping point sind in dieser Sache. 

4. Welchen Satz kannst du nicht mehr hören?   

Ich wünschte, ich könnte mehr Sätze dazu hören, denn darauf kann man reagieren. Viel gefährlicher sind rollende Augen, denn die kommen sehr authentisch und meist aus vollem Herzen.

5. Wer sind deine Vorbilder? 

Meine Partnerin Susann Hoffmann. Sie hat EditionF mitgegründet und zeigt mir, dem vermeintlichen Super-Feministen, immer wieder auf, dass Feminist sein mehr bedeutet, als nur tolle Reden zu schwingen. Da wir eine Familie und zwei Unternehmen führen ist das Thema Vereinbarkeit ein Dauerbrenner und ich liege stets zurück im Ranking. #waytogo #lesstalkmorewalk

Periode und Sex