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Nachos als Lippenstiftersatz: "Gefängnis-Make-up": Dieses Schmink-Tutorial solltet ihr besser nicht nachmachen

Christina Randall gibt ihren über 400.000 Followern bei Instagram Schminktipps und Lebensweisheiten mit auf den Weg. Das Besondere: Die 35-Jährige saß vor ihrer Karriere drei Jahre im Gefängnis und lässt die Zuschauer an ihren Erfahrungen teilhaben.

Es gibt Dinge im Leben, über die macht man sich keine Gedanken, weil sie einen bisher noch nicht betroffen haben. Dazu gehört wohl auch, ob und wenn ja wie sich Frauen im Gefängnis schminken. Welche unglaubliche Kreativität man entwickeln kann, um sich auch hinter Gefängnismauern noch etwas Attraktivität und Alltag zu erhalten, beweist das Video der Amerikanerin Christina Randall. Schon vor einigen Monaten postete die 35-Jährige auf ihrem Youtube-Kanal ein Video zu ihrem "Jailhouse Makeup", das mittlerweile 800.000 Abrufe hat.

"Ich will euch gar nicht erzählen, dass das hier gut aussieht, sondern einfach nur, was wir im Gefängnis gemacht haben, um uns zu schminken", erzählt sie ihren Zuschauern zum Auftakt. Warum sie das sagt, wird schnell klar. Instantkaffee als Wimperntusche und Nachos als Lippenstiftersatz sind nicht gerade die Tools einer alltäglichen Beauty-Routine. Denn in der Haftanstalt sind Kosmetikprodukte größtenteils verboten; außerdem habe es auch keine Spiegel gegeben, berichtet Randall. Also mussten die Insassinnen kreativ werden, wenn sie beispielsweise zu einer Gerichtsverhandlung geladen waren. "Nach dem Schminken habe ich mich super attraktiv gefühlt", berichtet die 35-Jährige. "Wenn ich mich dann aber in der Scheibe eines Polizeiwagens auf dem Weg ins Gericht gesehen habe, war ich geschockt und gedemütigt."

Make-up mit Nachos und Deo

Das "Jailhouse Makeup", wie es Christina in ihrem Video selbst nennt, ist in der Tat eher eine Notlösung. Denn eine Mischung aus Babypuder und Kaffeepulver als Puder fürs Gesicht und Vaseline, an der Wand angemischt mit den dunklen Partikeln aus einem Bleistift, sind nicht gerade das, was die meisten von uns täglich benutzen. "Macht das bitte nicht zu Hause nach", rät die 35-Jährige daher ihren Zuschauern. "Aber wenn, schickt mir ein Bild davon." Und wer bisher dachte, Deo könne man nur gegen Schweiß verwenden, lernt auch hier Neues dazu: Mit dem Deoroller löst Randall Farbe aus einem Printmagazin und nutzt das Ganze als Lidschatten. Und wer dachte, Nacho-Chips können man nur essen: Die fiese gelbe Farbe des Paprika-Pulvers lässt sich offensichtlich auch auf die Lippen auftragen.

Auf Youtube wird Christina für ihren Clip gefeiert. Viele Follower sind überrascht, wie die Insassinnen aus so kleinen Dingen solche Make-up-Tricks zaubern. Und auch andere Häftlinge berichten unter dem Video von Schminktricks aus ihrer Zeit in der Haft. Randall selbst verbrachte laut Angaben der "New York Times" drei Jahre in einem regionalen Gefängnis, unter anderem für Raub. Nach ihrer Entlassung studierte sie Sozialarbeit, bekam aber aufgrund ihrer Vergangenheit keinen Job. Also startete sie einen Youtube-Kanal, der mittlerweile über 400.000 Follower hat.

Dort lässt sie Zuschauer an ihrem Leben teilhaben und berichtet immer wieder aus ihrer Zeit im Gefängnis. Ihren Erfolg führt die 35-Jährige aber vor allem auf harte Arbeit zurück: "Ganz viele Menschen Mitte dreißig erzählen gerade, dass man groß denken soll und alles erreichen kann, wenn man nur will", schreibt sie auf Instagram. "Aber ich finden, die meisten bedenken nicht, dass man dafür auch einiges tun muss", so die 35-Jährige.

lau
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