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“Willkommen in der Hölle”: Im Flieger: Mit Nachrichten über Bordfernseher belästigt – diese Frau zeigt, wie man damit umgeht

Eigentlich wollte die 24-Jährige Jessica Van Meir nur entspannt von London nach Washington, D.C. fliegen. Doch statt unterhaltsamer Serien bekam sie übergriffige Nachrichten auf dem Display ihres Sitzes angezeigt.

Damit sich Passagiere auf Langstreckenflügen die Zeit vertreiben können, bieten die meisten Airlines Entertainmentsysteme an. Bei der Fluglinie Virgin Atlantic können Kunden jedoch nicht nur Serien schauen, sondern auch Nachrichten an Sitznachbarn verschicken. Dass das jedoch nicht unbedingt praktisch sein muss, beweist die Geschichte von Jessica Van Meir.

Denn als die 24-jährige Alleinreisende von der Toilette zurückkehrte, entdeckte sie plötzlich Nachrichten von Fremden auf ihrem Bildschirm. Offensichtlich war sie von einigen jungen Männern hinter ihr beobachtet worden, die dem "tidy babe" auf "Sitz 55c" nun außerdem Nachrichten schrieben wie: "Willkommen in der Hölle". Meir postete einen Screenshot des Chats auf ihrem Twitter-Profil.

Die falsche Person

Womit die Belästiger wohl nicht gerechnet hatten: Jessica Van Meir ist Rechtsanwaltsfachangestellte – und arbeitet für eine Firma, die sich auf Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit sexueller Belästigung spezialisiert hat. Das teilte sie den Unbekannten dann auch mit. Die Antwort: "Damit bist du jetzt in der Gefahrenzone".

Daraufhin wandte sich die Passagierin an das Bordpersonal, das die Verantwortlichen ausfindig machte und mit ihnen sprach. Danach habe die Belästigung aufgehört, so Meir. "Es passiert täglich, dass Frauen belästigt werden", sagte die 24-Jährige gegenüber "CNN". "Es ist ermüdend und es verunsichert dich".

Sie habe einfach nur entspannt fliegen wollen, aber am Ende unentwegt über den Vorfall nachdenken müssen. Später sei ein Mann zu ihr gekommen, der sich als Rugby-Coach der verantwortlichen Männer vorgestellt habe und sie um Entschuldigung für deren Verhalten bat.

Betroffene sollen sich nicht allein fühlen

Auf Nachfrage von CNN teilte die Fluggesellschaft mit, dass man extrem besorgt über den Vorfall sei. Man werde dafür sorgen, dass so etwas nicht noch einmal vorkomme; das Seat-to-Seat-Messaging werde zudem abgestellt.

Jessica Van Meir sagte, sie hoffe, dass die Männer aus der Situation gelernt hätten. Bei Twitter schrieb sie zu ihrem Post: "Es ist definitiv ein seltsamer Zufall, dass sie sich genau die falsche Person für diese Art von Nachricht ausgesucht haben, weil ich mich mit solchen Vorfällen regelmäßig mit meiner Arbeit beschäftige." Sie hoffe, dass dieser Vorfall für alle Betroffenen von sexueller Belästigung ein Beispiel sei, sich zu melden und sich nicht allein oder gar schuldig zu fühlen.

lau