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Twitter-Thread: "Nicht alleine Joggen gehen" – und was Frauen aus Sicherheitsgründen noch alles machen

Eine Twitter-Userin listet alle Dinge auf, die sie fast schon unterbewusst macht, wenn sie alleine unterwegs ist. Das Ergebnis ist ganz schön ernüchternd.

Frauen, die nachts alleine nachhause laufen, fühlen sich oft unwohl. (Symbolbild)

Frauen, die nachts alleine nachhause laufen, fühlen sich oft unwohl. (Symbolbild)

Pexels

Nach der Arbeit hast du dich mit Freunden in einer Bar getroffen, der Abend war schön, ihr habt nur ein oder zwei Bier getrunken.Du verabschiedest dich von allen, denn keiner muss in deine Richtung.

Der Heimweg, der vor dir liegt ist nicht unbedingt lang, maximal 15 Minuten zu Fuß, führt aber durch einen kleinen unbeleuchteten Park. Bist du ein Mann, ginge die Geschichte jetzt wohl so weiter: Du machst dich auf den Weg und bist in 15 Minuten zu Hause. Für Frauen ändert sich das Verhalten jetzt allerdings: Sie nehmen ihren Schlüssel in der Jackentasche in die Hand, sie halten ihr Handy bereit, falls sie so tun müssen, als ob sie telefonieren, und sie nehmen den fünf Minuten längeren Umweg um den Park herum. Das Tragische an der Geschichte: Dieses Verhalten ist Normalität und weit verbreitet. Das beweist der Twitter-Thread von @missoggi.

Keine Angst, sondern ein Sicherheitsgurt

Zu den schon genannten Verhaltensweisen ergänzt sie in ihrer Liste noch Dinge wie: generell einen Bogen um betrunkene Männer machen; falls sie ungewollt angesprochen werde, denjenigen zu ignorieren oder mit lauter Stimme zu antworten – denn arrogant zu wirken sei besser als hilflos zu wirken; oder nachts Männer, die vor ihr gehen, nicht zu überholen. Insgesamt sind es zwölf Verhaltensweisen, die sich @missoggi fast schon unterbewusst angeeignet habe. Sie tue diese Dinge nicht aus Angst und vergleicht sie vielmehr mit dem Anlegen eines Sicherheitsgurtes. 

Vielen Frauen geht es ähnlich

Und so wie es aussieht ist sie damit nicht alleine – denn zahlreiche Frauen pflichten ihr bei. 

 

Auch einige Männer kommentieren in dem Thread. Einer schlägt @missoggi vor, deshalb in Therapie zu gehen, da es "bedauernswert" wäre, in ständiger Angst zu leben. Darauf antwortet eine andere Userin, dass Therapeuten dann wohl höchst überfordert von dem Zulauf an Patienten wären. Auch andere User, hauptsächlich Männer, werfen der Autorin Paranoia vor. Aber nicht alle Männer zeigen Unverständnis, auch echtes Mitgefühl und Tipps sind in den Kommentaren zu finden. 

An den Sicherheitsmaßnahmen, die viele Frauen seit Jahrzehnten treffen, wird dieser Twitter-Thread wohl nichts ändern. Aber vielleicht wechselt ein Mann, der ihn liest, in Zukunft einfach aus Rücksicht die Straßenseite, wenn er nachts hinter einer Frau läuft, die alleine unterwegs ist. 

#keinluxus-Straßenumfrage: Reden Frauen offen über ihre Periode?
ivy
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