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Aufregung um Fälschung: AfD ärgert sich über Fake-Werbeplakat – und über Coca-Cola

Die AfD ist nicht amüsiert: Vor ihrer Berliner Zentrale wurde ein gefälschtes Coca-Cola-Plakat aufgestellt, das vor der Partei warnt. Der Getränkekonzern nutzt dagegen den Image-Elfmeter und kommentiert die Aktion mit Hintersinn.

#CocaColaNeinDanke: "Sehr erbärmlich" – AfD ruft zum Boykott gegen Coca Cola auf

Direkt vor der Berliner Parteizentrale der AfD am Lützowplatz wirbt seit Montag ein Plakat für Coca-Cola – allerdings nur auf den ersten Blick: Bei genauerem Hinsehen bildet der Aufsteller zwar das Logo des Getränkeherstellers und den zur Jahreszeit passenden Weihnachtsmann ab, ist allerdings mit dem Slogan "Für eine besinnliche Zeit: Sag' nein zur AfD" versehen.

Nach Informationen der "Berliner Morgenpost" handelt es sich daher nicht um eine Botschaft von Coca-Cola. Stattdessen steckt offenbar eine Art Aktivistenkollektiv namens "Modus" hinter der Aktion: "Uns vereint der Wunsch, unsere Kernkompetenzen sinnvoll einzusetzen im Kampf gegen den aktuellen Rechtsruck und gleichzeitig die Erkenntnis, uns keiner Partei oder bestehenden Organisation unterordnen bzw anschließen zu wollen", soll es in einer entsprechenden Mitteilung von "Modus", die der Berliner Morgenpost vorliegt, heißen.

Coca-Cola: "Nicht jedes Fake muss falsch sein"

Demnach sei das Plakat Teil eines sogenannten "AFDventskalenders", in dessen Rahmen bis zum 24. Dezember künstlerische Aktionen gegen die AfD geplant seien, die auf einem entsprechenden Portal veröffentlicht werden sollen.

Bei der AfD ist man deshalb sauer – und zwar interessanterweise auch auf Coca-Cola. Patrick Kammerer, Deutschland-Kommunikationschef des Brauseherstellers, gab der Aktion nämlich indirekt seinen Segen, indem er bei Twitter schrieb: "Nicht jedes Fake muss falsch sein." Weil der offizielle Account des Konzerns den Kommentar retweetet hat, häufen sich in den sozialen Medien wütende Tiraden von AfD-Mitgliedern gegen Coca-Cola.

AfD: "Für jedes Getränk eine Alternative"

So spricht der Bundestagsabgeordnete Frank Pasemann von einer "politischen Hetze gegen eine demokratische, vom deutschen Volk legitimierte Partei" und fügt seinem Tweet den Hashtag #CocaColaNeinDanke an. Malte Kaufmann, Sprecher der AfD Heidelberg, schreibt: „Ich finde es wirklich SEHR ERBÄRMLICH, was sich Coca-Cola da leistet." Er werde deshalb eine ganze Weile auf das Getränk verzichten: "Es gibt schmackhafte #Alternativen!"

Andere Anhänger der Partei schwören, fortan "nur noch Pepsi" trinken zu wollen oder kommentieren hämisch: "Cola macht blöd." Demgegenüber stehen aber natürlich auch zahlreiche AfD-Kritiker im Netz, die Coca-Cola feiern – und sei es nur ausnahmsweise, wie jener Nutzer, der schreibt: "….trinke ja sonst eigentlich keine Cola aber heute gönne ich mir Eine :-)"

tim
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?