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Europawahl: AfD-Politiker geht bei Tinder auf Wählersuche – und kassiert viel Häme

Üblicherweise suchen Leute bei Tinder nach neuen Bekanntschaften. Doch ein AfD-Politiker nutzt die Datingplattform nun, um Werbung für seine Kandidatur bei der Europawahl zu machen. Dafür bekommt er im Netz viel Häme ab.

71 Tage sind es noch bis zur Europawahl. Und so langsam beginnt der Wahlkampf – zumindest für die Alternative für Deutschland. Die hat sich etwas ganz Besonderes ausgedacht, bei der Jagd nach Stimmen. Genauer gesagt: AfD-Politiker Jonas Dünzel hat sich etwas Besonderes ausgedacht. Der 25-Jährige sucht nämlich auf der Dating-Plattform Tinder nach Wählern.

Dafür hat er nun ein kurzes Video gedreht. Darin sitzt der Dresdener Politiker auf einem Bett vor verdunkelten Fenstern und zwei Kerzen – und wirbt für sich: "Hey Mädels, mein Name ist Jonas Dünzel aus Dresden und ich kandidiere für das Europäische Parlament. […] Deswegen bin ich jetzt auch auf Tinder angemeldet. Ich bin dein AfD-Kandiddat 'zum Anfassen'. Swipe einfach nach rechts und lass uns über die Zukunft Europas reden."

Viel Häme für AfD-Politiker statt Likes

Wer nach rechts wischt, kann mit dem Dresdener chatten und hat sogar die Möglichkeit, ein Treffen zu vereinbaren. Wirklich erfolgreich scheint Dünzel damit allerdings nicht zu sein – zumindest wenn man nach den Kommentaren unter dem Video bei Facebook geht.

Im sozialen Netzwerk kassiert der Politiker vor allem viel Häme. "Einfach süß, die Kerzen! Die hellsten Lichter in diesem Video...", stichelt ein Nutzer. Ein anderer kommentiert hämisch: "'Alle elf Minuten blockt mich ein AfD-Kandidat auf Tinder', heißt es dann in Zukunft also?!"

Ist das Tinder-Profil überhaupt erlaubt?

Doch trotz aller Gehässigkeiten scheint sich eine alte Werbeweisheit zu bestätigen. Schlechte Werbung ist auch Werbung. Das Video wurde inzwischen fast 100.000 Mal aufgerufen. Mehrere Medien haben bereits über Jonas Dünzel berichtet. Eine bessere Publicity im Wahlkampf kann es eigentlich nicht geben.

Dennoch ist fraglich, ob sein Tinder-Profil überhaupt bestehen bleibt. Die Datingplattform verbietet den Einsatz solcher Werbeaktionen eigentlich: "Wenn der Zweck Ihres Profils jedoch ist, Ihre Veranstaltungen oder geschäftlichen Tätigkeiten, gemeinnützigen oder politischen Kampagnen oder Wettbewerbe zu bewerben oder Befragungen durchzuführen, können wir Ihr Benutzerkonto löschen", heißt es in der Richtlinien von Tinder.

Onlinedating
rpw