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Bundestagsentscheidung: Es ist offiziell: Ab 2020 werden Periodenprodukte ermäßigt besteuert!

Nachdem wir über ein Jahr für die Periode gekämpft haben, entschied der Bundestag am heutigen Donnerstag über die Senkung der Steuer auf Menstruationsprodukte. Und das ist aus mehreren Gründen ziemlich großartig.

Bundestagssitzung

Der Bundestag hat entschieden: Periodenprodukte sollen in Zukunft ermäßigt besteuert werden

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Kennt ihr das, wenn man ganz lange auf etwas gewartet und darauf hingearbeitet hat und dann passiert es und man kann es irgendwie gar nicht so richtig fassen? Am heutigen Donnerstag hat der Deutsche Bundestag die ermäßigte Besteuerung von Periodenprodukten beschlossen. Soll heißen: Ab 2020 unterliegen Tampons, Binden, Menstruationstassen und andere Menstruationsprodukte nicht länger dem Regelsteuersatz von 19 Prozent, sondern werden, wie andere Güter des Grundbedarfs, mit lediglich sieben Prozent besteuert.

Periodenprodukte sind kein Luxus – jetzt ist es offiziell!

Für die Abgeordneten war diese Entscheidung vielleicht nur einer von über 30 Tagesordnungspunkten, die in der heutigen Bundestagssitzung unterkommen mussten, doch für uns stehen dahinter viele Monate Arbeit, Schweiß, (Menstruations-)Blut und (hormonbedingte) Tränen. Vom ersten Treffen und dem gemeinsam Aufregen über die ungerechte Besteuerung über die Entscheidung, gemeinsam eine Petition einzureichen, bis hin zu stundenlanger Recherche zu europäischem Steuerrecht und der Periode auf der ganzen Welt, war das ein wirklich aufregender Ritt.

In den vergangenen Jahren war die Diskussion um die umgangssprachlich sogenannte "Luxussteuer" immer hitziger und lauter geworden. Eine 2018 gestartete Petition auf der Online-Plattform change.org sammelte bereits zahlreiche Stimmen, und in der ersten Jahreshälfte 2019 legten NEON und das Berliner Start-up einhorn mit einer weiteren Petition nach, diesmal direkt an den Petitionsausschuss des Bundestages gerichtet. Innerhalb nur eines Monats konnten wir über 80.000 Unterstützer und Unterstützerinnen für unsere Sache finden. Nach einer aufregenden und erfolgreichen Diskussion im Petitionsausschuss ging die Sache dann an die Big Boys and Girls – nämlich in den Bundestag. Und die entschieden heute in unserem Sinne.

Das ist aus so vielen Gründen toll: Weil die Periode eben kein Luxus ist und die Produkte, die während der Menstruation benötigt werden, unbedingt auch steuerlich als Grundbedarf anerkannt werden müssen. Weil es für viele Menschen tatsächlich einen finanziellen Unterschied machen wird. Und weil es uns gezeigt hat, dass wir wirklich etwas bewegen können, wenn wir uns alle gemeinsam stark machen. Und das ist eine Erkenntnis, die wir mit uns in die Zukunft tragen werden!

jgs