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Nach US-Raketenangriff: Warum junge Amerikaner Angst haben, von der Armee eingezogen zu werden

Nach der Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimani bei einem US-Raketenangriff in Bagdad haben viele junge Amerikaner offenbar Angst vor einem Krieg zwischen den USA und dem Iran – und fürchten deshalb eingezogen zu werden.

USA: Nach Raketenangriff haben viele Amerikaner Angst, eingezogen zu werden

Fallschirmjäger der US-Armee

Picture Alliance

Nachdem bei einer US-amerikanischen Attacke nahe dem Flughafen von Bagdad einer der hochrangigsten iranischen Generäle getötet worden ist, haben viele jungen Amerikanern Angst vor einem Krieg zwischen beiden Ländern. In den sozialen Netzwerken beschworen am Freitag bereits einige Nutzer den dritten Weltkrieg.

#WorldWarIII war neben #NoWarinIran und #TrumpsWar eines der meist benutzten Hashtags. Vor allem die Sorge, bei einem möglichen Krieg zwischen beiden Ländern vom Militär eingezogen zu werden, löste bei vielen jungen US-Amerikanern Panik aus.

Die Angst vieler junger Amerikaner 

Die Folge: In den vergangenen 24 Stunden wurde vermehrt nach "Draft Age" (deutsch: Rekrutierungsalter) gesucht, wie eine Statistik bei Google-Trends zeigt. Die Internetseite der US-Behörde Selective Service, die Wehrerfassungsbehörde, brach sogar zusammen – und ist noch immer (Stand: Samstagvormittag) nicht aufrufbar.

"Aufgrund der Verbreitung von Fehlinformationen sind derzeit viele Nutzer auf unserer Website ", twitterte der Selective Service. "Wenn Sie versuchen, sich zu registrieren oder die Registrierung zu verifizieren, versuchen Sie es später noch einmal, da wir an der Lösung dieses Problems arbeiten. Wir danken Ihnen für Ihre Geduld."

USA haben seit 1973 keine Wehrpflicht

Zur Erklärung: Die USA haben die Wehrpflicht bereits im Jahr 1973 abgeschafft. Seitdem haben die Vereinigten Staaten eine Berufsarmee. Dennoch müssen sich junge Männer im Alter zwischen 18 und 25 Jahren beim Selective Service registrieren. Dieser gibt der Armee Auskunft über potenzielle Soldaten, die im Falle einer "nationalen Krise" herangezogen werden können.

Zwar wird seit 1986 niemand strafrechtlich verfolgt, der sich nicht registriert. Allerdings kann es andere Konsequenzen nach sich ziehen. So können Männer, die sich nicht registriert haben, beispielsweise nicht für die Regierung arbeiten oder bei der Finanzierung ihres Studiums keine staatliche Hilfe erhalten, wie Joe Heck, der Vorsitzender der Nationalen Kommission für Militär, Nationalen und Öffentlichen Dienst, der "New York Times (NYT)" verriet.

Ohnehin heißt eine Registrierung noch lange nicht, dass man auch eingezogen wird, wie Jennifer Mittelstadt, Professorin für Geschichte an der Rutgers University, die Leser der "NYT" beruhigte: "Im Moment sagt die Registrierung für den selektiven Dienst nichts über die Wahrscheinlichkeit aus, in die Armee eingezogen zu werden." Mit anderen Worten: Die meisten Kommentare im Netz sind nichts als Panikmache.

Quellen: CNN / Twitter / Google / NYT

rpw