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Genialer Trick: 22-jähriger Ire bringt Online-Betrüger dazu, ihm 25 Pfund zu überweisen

Ross Walsh aus Irland bekam eine Spam-Mail, wie sie jeder von uns gelegentlich im Postfach findet. Er schaffte jedoch das Unmögliche: Ross antwortete dem Scammer – und brachte den Betrüger dazu, Geld an ihn zu überweisen, statt umgekehrt.

Ein lachender junger Mann

Ross Walsh aus Irland trug mit seiner Aktion dazu bei, den Glauben an das Gute im Internet wieder herzustellen (Symbolbild)

Unsplash

Ross Walsh aus Irland ist Student und arbeitet zudem recht erfolgreich als DJ. Der 22-Jährige aus Limerick, Irland, hat zudem einen ausgeprägten Sinn für Humor. Den bewies er jetzt bei einem wirklich erstaunlichen Vorgang. Also: wirklich erstaunlich. Denn er schaffte das Unmögliche – er knöpfte einem professionellen Scammer Geld ab. Eigentlich Grund genug für ein paar Nobelpreise und eine Aufnahme in die Rock'n'Roll Hall of Fame!

Der junge Ire betrog den Betrüger

Aber wie hat Ross das hinbekommen? Mit etwas Dreistigkeit, etwas Photoshop-Trickserei und überbordendem Charme. Er freute sich regelrecht, als er in seinem Postfach eine offensichtliche Spam-Mail fand. "Ich wollte deren Zeit verschwenden, damit sie nicht die Zeit von jemand anderem verschwenden", schreibt er auf Facebook, "oder jemand Ahnungslosen ausnehmen." Also tat er das, was die meisten von uns tunlichst vermeiden: Ross antwortete dem Scammer.

Der hatte ihm geschrieben, dass er 1000 Pfund Investitionen in sein Business bräuchte – und Ross dafür 35.000 Pfund zurückbekäme. Er sei ein erfahrenen Aktienhändler und wolle jungen Geschäftsleuten beibringen, wie sie reich werden können. Der Online-Betrüger nannte sich in der E-Mail Solomon Gundi. Ross las sich die – nicht besonders clevere – Tirade durch und feilte dann an einer würdigen Antwort.

"1000 Pfund sind eine Beleidigung!"

"Mein liebster Solomon", schrieb der 22-Jährige, "ich bin entzückt, dein verlockendes Geschäftsangebot zu bekommen. Wie du weißt, bin ich ein begeisterter Businessmann und denke deshalb, dass 1000 Pfund nahezu eine Beleidigung sind! Ich hänge eine Quittung über 50.000 Pfund an, um den Ball ins Rollen zu bringen. Wenn du in Europa Geld verdienen willst, musst du wissen, dass wir GROSS denken. Melde dich schnell zurück, damit wir die nächsten Schritte planen können!"

Seiner E-Mail fügte der junge Ire eine mit Photoshop bearbeitete Paypal-Quittung bei, die tatsächlich die Überweisung von 50.000 Pfund zu dokumentieren scheint. Natürlich überwies er das Geld aber nicht wirklich – was auch der überglückliche Solomon besorgt feststellte. "Mein Gott, du bist ein wahrer Geschäftsmann! Wir werden sofort mit dem Aktienkauf beginnen!", schreibt er ihm zurück. Um dann anzumerken: "Das Geld ist noch nicht im Paypal-Account meiner Bank angekommen. Vielleicht gab es da ein Problem?"

Ross amüsierte sich über den bisherigen Verlauf der Dinge prächtig. Jetzt wurde er listig. "Hey Solomon, du wirst erfreut sein, zu hören, dass ich dieses Problem schon kenne und es sich sehr leicht lösen lässt", antwortet er nonchalant. Die Bank halte die große Summe zurück, da sie befürchte, dass Solomon ein Betrüger und kein ehrbarer Aktienhändler sei, "was ich natürlich besser weiß, schließlich sind wir jetzt Geschäftspartner!"

Die Bank halte Solomon für einen Scammer

Um zu beweisen, dass es sich wirklich um eine seriöse Geschäftsbeziehung handele, müsse zuerst von Solomons Seite aus eine kleine Geldsumme auf Ross' Konto überwiesen werden. "Letztes Mal haben 25 Pfund dafür gereicht." Und weil die Dinge noch nicht absurd genug waren, forderte Ross seinen neuen Gönner dazu auf, über die geplanten Aktiengeschäfte ab jetzt nur noch in Code zu sprechen. So werde das Finanzamt, das womöglich die E-Mails überwache, nicht misstrauisch. Für seine Codesprache wählt Ross ausgerechnet Fachausdrücke aus dem Hurling, einer irischen Sportart, die anderswo kaum bekannt ist.

Solomon antwortet brav in Codesprache, der Ball sei im Feld gelandet. Heißt: Er habe Ross die geforderten 25 Pfund überwiesen. Eine Quittung schickt er mit – und die ist dieses Mal nicht fake, sondern ganz echt. Ross leert schnell seinen Account und antwortet dem Scammer dann wohlmeinend: "Solomon, ich will dir einen Rat geben: Sei bei Geschäften nicht so vertrauensselig."

Ross nutzte das erschwindelte Geld gut

Niemand weiß, ob oder wie lange der Scammer, der vermutlich nicht wirklich Solomon Gundi heißt, noch auf Ross' 50.000 Pfund gewartet hat. Jedenfalls hörte der 22-Jährige nichts mehr von ihm. Dennoch hat die amüsante Geschichte noch einen letzten, sehr schönen, Twist: Das Geld, das Ross dem Betrüger abrang, gab er nicht für Bier oder Party aus, sondern spendete es der Irischen Krebshilfe. So hat der Scammer, ohne es zu ahnen, sogar ein klein wenig Gutes getan.

Quelle: Facebook / "Daily Mail"

wt
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