VG-Wort Pixel

14 Schüler und ein Lehrer bei Attacke an Grundschule in Texas erschossen

Angehörige und Polizei vor Tatort in Texas
Angehörige und Polizei vor Tatort in Texas
© © 2022 AFP
Die USA sind erneut von einem Schulmassaker mit vielen getöteten Kindern erschüttert worden.

Die USA sind erneut von einem Schulmassaker mit vielen getöteten Kindern erschüttert worden. Bei einem Schusswaffenangriff an einer Grundschule im Bundesstaat Texas erschoss ein 18-Jähriger am Dienstag mindestens 14 Schüler und einen Lehrer, wie Gouverneur Greg Abbott sagte. Der mit einer Handfeuerwaffe und womöglich einem Gewehr bewaffnete Angreifer ist tot, er wurde nach Angaben Abbotts vermutlich von der Polizei erschossen. Bei einem Schusswechsel wurden demnach zwei Beamte verletzt.

Der Angriff ereignete sich an einer Grundschule der 135 Kilometer westlich von San Antonio gelegenen Kleinstadt Uvalde. Nach Angaben von Gouverneur Abbott drang der Angreifer, der in Uvalde lebte, in die dortige Robb Elementary School ein. "Er hat - entsetzlicherweise, unverständlicherweise - 14 Schüler und einen Lehrer getötet", sagte Abbott. Demnach hatte der 18-Jährige zuvor vermutlich auf seine Großmutter geschossen.

Das örtliche Krankenhaus hatte zunächst von zwei Toten und 13 verletzten Kindern gesprochen. Die Polizei wiederum hatte zunächst erklärt, der Täter befinde sich in "Polizeigewahrsam". Die Grundschule hat rund 500 Schüler, die meisten von ihnen haben hispanische Wurzeln. Uvalde liegt knapp hundert Kilometer von der Grenze zu Mexiko entfernt.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karine Jean-Pierre, erklärte, US-Präsident Joe Biden sei über den Angriff informiert worden. "Er betet für die Familien, die von diesem furchtbaren Ereignis betroffen sind." Der Präsident wollte sich demnach noch am Dienstagabend (Ortszeit) nach seiner Rückkehr von seiner Asienreise in Washington äußern. Er ordnete außerdem an, die US-Flaggen auf halbmast zu setzen, wie das Weiße Haus erklärte.

In den USA kommt es regelmäßig zu tödlichen Schusswaffenattacken. Davon betroffen sind immer wieder auch Schulen.

So erschoss ein 20-Jähriger im Dezember 2012 bei einem Angriff auf die Sandy-Hook-Grundschule in der Stadt Newtown im Bundesstaat Connecticut 20 Kinder und sechs Erwachsene. Am Valentinstag 2018 eröffnete ein damals 19-Jähriger mit einem halbautomatischen Gewehr das Feuer auf Schüler und Lehrer seiner ehemaligen Schule in Parkland im Bundesstaat Florida und tötete 17 Menschen.

Außerhalb von Schulen sorgte zuletzt der rassistisch motivierte Angriff auf einen Supermarkt in Buffalo im Bundesstaat New York für Entsetzen. Der 18-jährige Angreifer erschoss dabei am 14. Mai zehn Menschen, die meisten Opfer waren Afroamerikaner.

Schusswaffen sind in den USA weit verbreitet - und Schusswaffengewalt ist in dem Land alltäglich. Nach Angaben der Website "Gun Violence Archive" wurden allein im vergangenen Jahr knapp 21.000 Menschen durch Schüsse getötet, Suizide nicht eingeschlossen.

Vorstöße für ein schärferes Waffenrecht scheitern aber immer wieder am Widerstand der mächtigen Waffenlobby und der konservativen Republikaner. Biden hat zwar seit seinem Amtsantritt in Januar 2021 mit mehreren Dekreten versucht, die Waffengewalt einzudämmen. Für weitergehende Maßnahmen bräuchte er aber die Unterstützung des Kongresses, wo die Republikaner Gesetzesverschärfungen blockieren können.

Der demokratische Senator Chris Murphy forderte nach der Attacke in Texas eine sofortige Verschärfung des Waffenrechts. "Das ist nicht unvermeidbar, diese Kinder hatten nicht einfach nur Pech", sagte er in einer emotionalen Rede im Senatsplenum. "Das passiert nur in diesem Land und nirgendwo anders. Nirgendwo anders gehen kleine Kinder in die Schule und denken, dass sie an diesem Tag erschossen werden könnten."

Er rief die oppositionellen Republikaner auf, mit den Demokraten bei dem Thema zusammen. "Ich gehe auf die Knie und flehe meine Kollegen an: Lasst uns einen Weg nach vorne finden."

Der republikanische Senator Ted Cruz, der Texas im Senat vertritt, warf den Demokraten aber umgehend vor, die Attacke in Uvalde zu "politisieren", um das Recht auf Waffenbesitz einzuschränken.

AFP

Mehr zum Thema

Das könnte sie auch interessieren

Newsticker