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1527 Beamte zerschlagen mit Großrazzia Netzwerk im Schleuser- und Rotlichtmilieu

Schlag gegen die organisierte Kriminalität: Mit einer bislang beispiellosen Großrazzia hat die Bundespolizei ein mutmaßliches Netzwerk im Schleuser- und Rotlichtmilieu zerschlagen.

Razzia der Bundespolizei

Razzia der Bundespolizei

Schlag gegen die organisierte Kriminalität: Mit einer bislang beispiellosen Großrazzia hat die Bundespolizei ein mutmaßliches Netzwerk im Schleuser- und Rotlichtmilieu zerschlagen. 1527 Beamte durchsuchten am Mittwochmorgen 62 Bordelle und Wohnungen in zwölf Bundesländern, wie die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main mitteilte. Sieben Haftbefehle wurden vollstreckt. Laut Bundespolizei trafen die Einsatzkräfte 81 Menschen an, die sich illegal in Deutschland aufhalten.

Die Bundespolizei übergab diese 81 Menschen den zuständigen Dienststellen der Landespolizeien. Anlass für die Durchsuchungen waren Ermittlungen wegen Schleusung, Zwangsprostitution, Vorenthalten von Löhnen und Steuerhinterziehung. Nach Angaben der Ermittler handelte es sich bei der Razzia um die "personell größten Exekutivmaßnahmen seit Bestehen der Bundespolizei". Die Beamten stellten umfangreiche Beweismittel sowie 248.390 Euro Bargeld sicher.

Hauptbeschuldigte in dem Verfahren sind laut Generalstaatsanwaltschaft eine 59-jährige Thailänderin und ihr 62-jähriger deutscher Lebensgefährte. Beide wurden in Siegen verhaftet. Sie sollen mit weiteren Mittätern ein bundesweites Netzwerk aufgebaut haben, das thailändische Frauen und Transsexuelle per Flugzeug nach Deutschland brachte, damit sie sich hier prostituieren.

Zum Kern der Gruppierung gehören nach Behördenangaben 17 Beschuldigte. Die 59-jährige mutmaßliche Drahtzieherin soll in Thailand mit unbekannten Komplizen gezielt Frauen und Transsexuelle angeworben und mit Touristenvisa nach Deutschland gebracht haben. Hier arbeiteten die Betroffenen demnach zunächst überwiegend in drei Bordellen der beiden Hauptbeschuldigten in Siegen.

Die Eingeschleusten sollten nach Erkenntnissen der Behörden auf diese Weise vermeintliche Schulden für die Schleusung in Höhe von 16.000 bis 36.000 Euro sowie die Kosten für "Miete" und Verpflegung abarbeiten. Nach einer gewissen Verweildauer in den Siegener Bordellbetrieben sollen die Betroffenen dann "in einer Art Rotationsprinzip" in andere Bordelle gebracht worden sein, unter anderem in Maintal, Rastatt, Speyer und Saarbrücken.

Die Polizei konnte im Vorfeld der Razzia 32 betroffene Frauen und Transsexuelle konkret ermitteln. Die sieben Haftbefehle vollstreckten die Beamten in Siegen, Eschborn, Maintal, Rastatt und Saarbrücken. Insgesamt richten sich die Ermittlungen wegen bandenmäßigen Einschleusens, Zwangsprostitution, Zuhälterei, Ausbeutung und Steuervergehen gegen 54 Beschuldigte im Alter zwischen 26 und 66 Jahren.

Schwerpunkte der Großrazzia waren Nordrhein-Westfalen, Hessen, Niedersachsen und Baden-Württemberg. An dem Einsatz war auch die Spezialeinheit GSG9 beteiligt - da "ein milieutypischer Besitz von Schusswaffen nicht ausgeschlossen werden konnte", wie die Bundespolizei hervorhob.

Nach den Worten des Oberstaatsanwalts Alexander Badle von der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt gab es bei den Durchsuchungen jedoch "keine größeren Widerstandshandlungen". Badle sprach von einer "sehr erfolgreichen Maßnahme".

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) erklärte, der Bundespolizei sei "ein harter und in seinem Ausmaß beispielloser Schlag gegen ein bundesweit verzweigtes Netzwerk der Organisierten Kriminalität gelungen". Dem "skrupellosen Vorgehen" der mutmaßlichen Täter und der damit verbundenen sexuellen Ausbeutung "in einem abscheulichen Ausmaß" sei Polizeiaktion ein Ende gesetzt worden.

Bundespolizeipräsident Dieter Romann hob hervor, es gehe "den Kriminellen nicht um humanitäre Fluchthilfe, sondern um persönliche Bereicherung in Form menschenverachtender Ausbeutung". "Erneut zeigt sich: Organisierte Schleusungskriminalität ist häufig erst der Anfang für weitere Verbrechen."

AFP

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