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17 Verletzte bei Zusammenstößen auf dem Tempelberg in Jerusalem

Zusammenstöße auf dem Tempelberg
Zusammenstöße auf dem Tempelberg
© © 2021 AFP
Inmitten von wachsenden Spannungen in den von Israel besetzten Gebieten haben sich palästinensische Gläubige am Freitag auf dem Tempelberg in Ost-Jerusalem schwere Auseinandersetzungen mit der

Inmitten von wachsenden Spannungen in den von Israel besetzten Gebieten haben sich palästinensische Gläubige am Freitag auf dem Tempelberg in Ost-Jerusalem schwere Auseinandersetzungen mit der israelischen Polizei geliefert. Mindestens 14 Palästinenser und drei Polizisten wurden dabei nach Angaben von Sanitätern und der Polizei verletzt. Die USA riefen zur Deeskalation auf.

Die Polizisten gingen mit Gummigeschossen gegen die Palästinenser vor der Al-Aksa-Moschee vor. Über der Altstadt stieg Rauch auf, wie eine AFP-Reporterin berichtete. Dutzende Schüsse waren zu hören.

Polizeisprecher Wassem Bader sagte AFP, die Beamte seien gegen "gewaltsame Unruhen" eingeschritten. Nach Angaben der Polizei, die die Zugänge zum Tempelberg bewacht, wurden die Beamten von "hunderten Randalierern" mit "Steinen, Flaschen und anderen Gegenständen" beworfen. Mehrere Demonstranten wurden festgenommen.

Nach Angaben des Roten Halbmonds wurden die meisten Verletzten von Gummigeschossen am Kopf getroffen. Die Polizei erklärte, sie habe damit begonnen, am Tempelberg die "Ordnung wiederherzustellen".

Zuletzt hatten sich im August 2019 gewaltsame Auseinandersetzungen mit mehreren Verletzten auf dem Tempelberg ereignet. Der Tempelberg ist eine heilige Stätte nicht nur des Islam, sondern auch des Judentums und Christentums.

Die USA äußerten sich "tief beunruhigt" über die Lage in Jerusalem. Das Außenministerium rief zur "Deeskalation" auf und warnte vor Schritten, die zur Verschärfung der Situation führen könnten. Das Ministerium bezog sich dabei auf Zwangsräumungen und Israels Siedlungsaktivitäten.

Derzeit gibt es unter anderem wegen drohender Zwangsräumungen für palästinensische Familien im von Israel annektierten Ost-Jerusalem massive Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern. Seit einigen Tagen kommt es deswegen täglich zu teils gewaltsamen Protesten.

Insgesamt droht mehr als 30 Palästinensern im Stadtviertel Scheich Dscharrah in Ost-Jerusalem die Zwangsräumung durch die israelischen Behörden. Scheich Dscharrah liegt ebenfalls im Ostteil Jerusalems, den Israel im Sechs-Tage-Krieg 1967 besetzt und 1980 annektiert hatte. Die Annexion wird international nicht anerkannt.

Anfang des Jahres hatte Jerusalems Bezirksgericht entschieden, dass die Häuser der palästinensischen Familien rechtmäßig jüdischen Familien gehören. Nach israelischem Recht können jüdische Israelis vor Gericht Besitzanspruch auf Häuser in Ost-Jerusalem anmelden, wenn ihre Vorfahren vor dem arabisch-israelischen Krieg (1948-49) dort im Besitz von Grundstücken waren.

Im von Israel besetzten Westjordanland gab er diese Woche mehrere tödliche Vorfälle. Am Freitag attackierten drei Palästinenser in der Nähe von Dschenin einen Wachposten der israelischen Grenzpolizei. Die Sicherheitskräfte erschossen nach eigenen Angaben zwei der Angreifer und verletzten einen weiteren schwer.

Am Mittwoch hatten israelische Soldaten im Westjordanland einen 16-jährigen Palästinenser erschossen, nachdem ihre Einheit südlich von Nablus mit Brandsätzen angegriffen worden war.

Am Sonntag war zudem auf drei Israelis an einer Bushaltestelle südlich von Nablus im Westjordanland im Vorbeifahren das Feuer eröffnet worden. Ein 19-Jähriger erlag später seinen Verletzungen. Ein 44-jähriger Verdächtiger wurde nach Angaben israelischer Sicherheitskräfte im Dorf Silwad nahe Ramallah festgenommen.

AFP

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