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24. UN-Klimakonferenz im polnischen Kattowitz eröffnet

Mit Aufrufen zu entschlossenem Eintreten gegen die Erderwärmung ist am Sonntag im polnischen Kattowitz die 24. UN-Klimakonferenz (COP) eröffnet worden.

Verhandlungsstätte in Kattowitz

Verhandlungsstätte in Kattowitz

Mit Aufrufen zu entschlossenem Eintreten gegen die Erderwärmung ist am Sonntag im polnischen Kattowitz die 24. UN-Klimakonferenz (COP) eröffnet worden. Vertreter von knapp 200 Staaten begannen mit den Verhandlungen über konkrete Maßnahmen zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens aus dem Jahr 2015. Bis zum 14. Dezember soll dazu ein so genanntes Regelbuch ausgearbeitet werden. Zur Eröffnung der Konferenz forderten die Präsidenten früherer UN-Klimagipfel die Delegierten zu massiven Anstrengungen auf.

In ihrer gemeinsamen Erklärung drängten die Ex-Präsidenten angesichts dramatischer Warnungen von Klimaforschern und extremer Wetterereignisse weltweit zu "entscheidende Maßnahmen", um der "akuten Bedrohung" etwas entgegenzusetzen. Die Folgen des Klimawandels seien kaum mehr zu übersehen. "Wir fordern tiefgreifende Veränderungen unserer Wirtschaften und Gesellschaften."

Die mit dreistündiger Verspätung eröffnete Konferenz soll dazu beitragen, die Pariser Klimaziele doch noch zu erreichen. In dem Abkommen hatte die internationale Gemeinschaft Ende 2015 vereinbart, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad, möglichst aber auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen.

Offiziell geht es bei den Verhandlungen in Kattowitz aber nicht darum, die nationalen Klimaschutzziele verbindlich anzuheben. Vielmehr soll in einem Regelbuch festgelegt werden, welche Maßstäbe bei den nationalen Klimaschutzzusagen gelten sollen und wie diese offengelegt und überprüft werden.

Die Klimakonferenz birgt jedoch reichlich Zündstoff, nicht nur wegen des Austritts der USA aus dem Pariser Abkommen. In Kattowitz wird voraussichtlich auch wieder hart ums Geld gerungen. Die Entwicklungsländer fordern von den Industrieländern mehr Unterstützung beim Klimaschutz und im Umgang mit den Folgen des Klimawandels.

Ob die Ziele des Pariser Abkommens überhaupt noch zu erreichen sind, hatten zuletzt mehrere wissenschaftliche Berichte infrage gestellt. Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) warnte von einem Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur bis zum Ende des Jahrhunderts um drei bis fünf Grad, sollten keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Das UN-Umweltprogramm (Unep) erklärte angesichts neuer Rekordstände der Treibhausgas-Emissionen, die internationale Gemeinschaft müsse zur Erreichung der Paris-Ziele ihre Anstrengungen mindestens verdreifachen. Der Weltklimarat IPCC forderte "schnelle, weitreichende und beispiellose Änderungen in allen gesellschaftlichen Bereichen".

Vor diesem Hintergrund demonstrierten am Samstag zehntausende Menschen in Berlin und Köln für mehr Klimaschutz und einen Ausstieg aus der Kohle demonstriert. Die Klimakrise sei "längst bittere Realität", erklärten die Organisatoren. Umweltschützer werfen der Bundesregierung vor, sich von der deutschen Vorreiterrolle beim Klimaschutz verabschiedet zu haben.

AFP
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