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Abschied von verstorbenem Kardinal Lehmann in Mainz

Bei einem Trauerzug und einem Gottesdienst im Mainzer Dom haben tausende Menschen Abschied vom verstorbenen Kardinal Karl Lehmann genommen.

Abschied von Kardinal Lehmann

Abschied von Kardinal Lehmann

Bei einem Trauerzug und einem Gottesdienst im Mainzer Dom haben tausende Menschen Abschied vom verstorbenen Kardinal Karl Lehmann genommen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Landwirtschaftsminister Julia Klöckner (CDU) für die Bundesregierung und zahlreiche weitere Ehrengäste aus Politik und Kirche nahmen am Mittwoch an den Trauerfeierlichkeiten teil. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf sagte, viele Menschen seien "traurig und bewegt, aber auch dankbar".

Der langjährige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz war am 11. März im Alter von 81 Jahren gestorben. Er wurde danach in der Mainzer Augustinerkirche aufgebahrt, wo in den vergangenen Tagen bereits zahlreiche Menschen von ihm Abschied nahmen.

Nach einer kurzen Andacht setzte sich von dort am Mittwochnachmittag auch der Trauerzug durch die Innenstadt in Bewegung. Hunderte Menschen säumten dabei die Straßen der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt.

An den Trauerzug schloss sich im Mainzer Dom ein Gottesdienst im Beisein zahlreicher Ehrengäste aus Politik und Kirche an. Lehmann habe wie nur wenige die Theologie mit der Seelsorge verbunden, sagte Bischof Kohlgraf in seiner Predigt. Er danke ihm für sein "großes Lebenszeugnis".

An der Zeremonie vor rund 1500 Besuchern im Dom nahmen neben Steinmeier und Klöckner auch die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD), der hessische Regierungschef Volker Bouffier (CDU) und Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Ketschmann (Grüne) teil. Der Gottesdienst wurde zudem auf einer Großbildleinwand übertragen.

Nach Mainz kamen auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und der Vorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm. Nach dem Gottesdienst sollte Lehmann in der Bischofsgruft des Mainzer Doms beigesetzt werden.

Der 1936 im baden-württembergischen Sigmaringen geborene Lehmann war von 1983 bis 2016 Bischof von Mainz. Bundesweit bekannt wurde er vor allem in seiner Zeit als Vorsitzender der Bischofskonferenz von 1987 bis 2008.

Im Jahr 2001 erhob ihn der damalige Papst Johannes Paul II. zum Kardinal. Vor knapp zwei Jahren wurde Lehmann in den Ruhestand verabschiedet. Im vergangenen September erlitt er einen Schlaganfall und eine Hirnblutung.

AFP

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