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Abstimmung über künftigen britischen Regierungschef beendet

Potenzielle Johnson-Nachfolgerin Liz Truss
Potenzielle Johnson-Nachfolgerin Liz Truss
© AFP
Im Rennen um die Nachfolge des britischen Regierungschefs Boris Johnson ist am Freitag die parteiinterne Abstimmung der Tories über ihren nächsten Parteichef zu Ende gegangen, der dann auch automatisch Premierminister wird. Als klare Favoritin galt Außenministerin Liz Truss, die allen Umfragen zufolge in der Stichwahl über Ex-Finanzminister Rishi Sunak triumphieren sollte. Das Ergebnis der Abstimmung unter den 200.000 Tory-Mitgliedern soll am Montag verkündet werden, bevor Johnson am Dienstag bei Königin Elizabeth II. offiziell seinen Rücktritt als Regierungschef einreicht.

Premierminister Johnson war Anfang Juli nach einer parteiinternen Revolte gegen seine viel kritisierte Amtsführung als Parteichef zurückgetreten. Unter den zunächst mehr als zehn Kandidaten für seine Nachfolge - die automatisch auch das Amt des Premierministers bedeutet - konnten sich in mehreren Abstimmungsrunden Truss und Sunak für die Stichwahl qualifizieren. 

Der kommissarische Parteivorsitzende Andrew Stephenson dankte beiden Kandidaten nach Abschluss der Wahl dafür, dass sie den oft "zermürbenden Zeitplan gutgelaunt" absolviert hätten. Zum Ende der Abstimmung zeigte er sich auch zuversichtlich, dass die konservative Partei sich geeint hinter ihre neue Führung stellen und die Herausforderungen, vor denen das Land stehe, in Angriff nehmen werde.

Die Parteimitglieder hatten seit Anfang August bis Freitagabend die Möglichkeit, online oder per Brief ihre Stimme abzugeben. Der Abstimmung waren zwei Monate Wahlkampf vorausgegangen, in dem die Kandidaten sich unter anderem drei teils heftige Fernsehdebatten lieferten. 

Zudem absolvierten Truss und Sunak eine umfängliche Wahlkampftour durchs Land, bei der es oft um die auch in Großbritannien explodierenden Lebenshaltungskosten ging. Erst am Donnerstag versprach Truss in einem Zeitungsartikel für den Fall der Amtsübernahme als Premierministerin nochmals "sofortige Unterstützung, damit die Menschen nicht unbezahlbare Energiepreise" in diesem Winter erleben.

Truss sei "die bessere Politikerin", sagte John Curtice, Politikprofessor an der Universität Strathclyde, der Nachrichtenagentur AFP. Sunak habe "einige der Qualitäten" gezeigt, die man sich von einem "guten Minister" erhoffe, sagte der britische Politikwissenschaftler. Aber Truss zeige die Qualitäten, "die man bei einem Politiker braucht".

AFP

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