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Ärzte: 13 Zivilisten im Jemen bei saudiarabischem Raketenangriff getötet

Bei einem saudiarabischen Raketenangriff im Bürgerkriegsland Jemen sind nach Angaben von Ärzten mindestens 13 Zivilisten getötet worden.

Verletzter in Krankenhaus

Verletzter in Krankenhaus

Bei einem saudiarabischen Raketenangriff im Bürgerkriegsland Jemen sind nach Angaben von Ärzten mindestens 13 Zivilisten getötet worden. Unter den Opfern seien zwei Kinder, erklärten die Ärzte am Montag. Bei dem Artillerieangriff in der nordjemenitischen Provinz Saada seien außerdem 26 Menschen verletzt worden, unter ihnen zwölf Kinder.

Demnach war der Angriff auf die Region, die eine Hochburg der Huthi-Rebellen ist, eine Reaktion auf einen Rebellenangriff auf einen saudiarabischen Stützpunkt. Von den Rebellen kontrollierte Medien hatten berichtet, die Huthi hätten einen Drohnenangriff auf eine Luftwaffenbasis in der saudiarabischen Stadt Chamis Muschait geflogen.

Chamis Muschait liegt unweit der Grenze zum Jemen. Die saudiarabischen Behörden wollten zunächst weder den Drohnenangriff, noch den Gegenangriff mit Artillerie bestätigen.

Saudi-Arabien steht im Jemen-Krieg an der Spitze einer arabischen Allianz, die die Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi unterstützt. Die schiitischen Huthi-Rebellen erhalten dagegen Unterstützung des Iran. Nach Angaben von Hilfsorganisationen wurden in dem Krisenland bereits zehntausende Menschen getötet, unter ihnen viele Zivilisten. Die UNO spricht von der schlimmsten humanitären Krise weltweit.

Der Leiter des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP), Achim Steiner, rief die Weltgemeinschaft am Montag dazu auf, dem Jemen nicht den Rücken zuzukehren. Vier Jahre Bürgerkrieg hätten das Land um 20 Jahre zurückgeworfen, sagte der deutsche Diplomat der Nachrichtenagentur AFP. Die Vereinten Nationen hätten aber bislang weniger als 36 Prozent der 2,3 Milliarden Euro erhalten, die bei einer Geberkonferenz im Februar zugesagt worden seien.

Sollte sich die Situation in den kommenden zwei bis drei Monaten nicht ändern, müssten 21 Programme zurückgefahren werden, warnte Steiner. Die Situation verschlimmere sich angesichts der anhaltenden Kämpfe immer weiter. Zehn Millionen Menschen im Jemen drohe Hunger.

Der Einsatz Saudi-Arabiens im Jemen-Krieg hat in den USA zu lauter werdender Kritik am Verbündeten geführt. Der US-Senat scheiterte am Montag aber damit, geplante Waffenlieferungen an Saudi-Arabien und weitere arabische Verbündete zu blockieren: Es gelang der Kongresskammer wie erwartet nicht, eine Zwei-Drittel-Mehrheit zusammenzubekommen, um ein Veto von US-Präsident Donald Trump zu überstimmen.

Die US-Regierung hatte im Mai in einem seltenen Schritt den Kongress umgangen, um Rüstungsgeschäfte im Umfang von 8,1 Milliarden Dollar (7,2 Milliarden Euro) mit Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Jordanien zu genehmigen. Sowohl der von den Republikanern dominierte US-Senat als auch das von den oppositionellen Demokraten kontrollierte Repräsentantenhaus verabschiedeten deswegen Resolutionen, um die Rüstungsgeschäfte zu blockieren.

Trump legte dagegen aber vergangene Woche sein Veto ein. Um dieses zu überstimmen, wären Zwei-Drittel-Mehrheiten in beiden Kongresskammern nötig gewesen. Trump steht ungeachtet des Jemen-Kriegs und der Ermordung des regierungskritischen saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi hinter Riad.

AFP