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Afghanische Rivalen Ghani und Abdullah lassen sich als Staatschefs vereidigen

Vorbereitung für Ghanis Vereidigungszeremonie
Vorbereitung für Ghanis Vereidigungszeremonie
© © 2020 AFP
Auf dem Gelände des Präsidentschaftspalastes in Kabul haben sich die langjährigen politischen Rivalen Aschraf Ghani und Abdullah Abdullah am Montag in getrennten Zeremonien zum Präsidenten

Auf dem Gelände des Präsidentschaftspalastes in Kabul haben sich die langjährigen politischen Rivalen Aschraf Ghani und Abdullah Abdullah am Montag in getrennten Zeremonien zum Präsidenten Afghanistans erklärt. Während der Vereidigungszeremonien mit hunderten Gästen waren in der afghanischen Hauptstadt zwei Explosionen zu hören, wie AFP-Reporter berichteten. Mehrere Gäste flüchteten.

Ghani und Abdullah vollzogen ihre Amtseinführung an zwei verschiedenen Orten auf dem Gelände des Präsidentschaftspalastes. Unter dem Geheul von Alarmsirenen sagte Ghani vor den verbliebenen Gästen seiner Zeremonie, er trage keine schusssichere Weste. "Ich werde bleiben, selbst wenn ich dafür meinen Kopf opfern muss."

Ghani war Mitte Februar, fünf Monate nach der von Betrugsvorwürfen überschatteten Präsidentenwahl, zum Wahlsieger erklärt worden. Sein unterlegener Kontrahent, Regierungschef Abdullah, erkannte das Wahlergebnis nicht an und rief eine Gegenregierung aus.

Der Wahlkommission zufolge kam Ghani bei der Wahl im September auf 50,64 Prozent der Stimmen, Abdullah auf 39,52 Prozent. Die Wahlergebnisse hatten eigentlich bereits am 19. Oktober veröffentlicht werden sollen. Wegen technischer Probleme und Betrugsvorwürfen wurde dies aber wiederholt verschoben und erst im Februar nachgeholt. Nach der offiziellen Verkündung von Ghanis Wahlsieg durch die Wahlkommission rief Abdullah eine Gegenregierung aus.

Der Streit der Rivalen nährt die Angst vor einer erneuten politischen Krise in Afghanistan und überschattet das Ende Februar unterzeichnete Abkommen zwischen den USA und den Taliban. Dieses sieht einen US-Truppenabzug aus dem Land vor und soll innerafghanische Friedensgespräche möglich machen.

Schon bei der vorangegangenen Präsidentschaftswahl vor fünf Jahren hatten sich sowohl Ghani als auch Abdullah zum Sieger erklärt. Erst durch Vermittlungen des damaligen US-Präsidenten Barack Obama einigten sich die beiden Kontrahenten auf einen Kompromiss: Ghani wurde Staatschef und Abdullah Regierungschef.

AFP

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