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Afghanisches Ministerium: Riesige US-Bombe tötet mindestens 36 IS-Kämpfer

Beim Abwurf der größten nicht-atomaren Bombe des US-Militärs in Afghanistan sind nach Behördenangaben mindestens 36 Kämpfer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) getötet worden.

MOAB-Test 2003 in Florida

MOAB-Test 2003 in Florida

Beim Abwurf der größten nicht-atomaren Bombe des US-Militärs in sind nach Behördenangaben mindestens 36 Kämpfer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) getötet worden. Wie das afghanische Verteidigungsministerium am Freitag mitteilte, wurden bei dem Angriff im Osten des Landes "strategische" Verstecke der Islamisten sowie ein tief unter der Erde gelegener Tunnelkomplex zerstört. Es habe keine zivilen Opfer gegeben.

Der der Riesenbombe am Donnerstag wurde auch als Warnung der USA an die viel größere Gruppe der radikalislamischen Taliban verstanden, deren Frühjahrsoffensive bevorsteht. Der Angriff sei in Zusammenarbeit mit den örtlichen Streitkräften erfolgt, hieß es in der Erklärung des afghanischen Verteidigungsministeriums weiter.

Es war das erste Mal, dass die US-Streitkräfte eine GBU-43/B Massive Ordnance Air Blast (MOAB) einsetzten, die im Militärjargon auch "Mother of all Bombs" genannt wird. Abgeworfen wurde die mehrere Meter lange Bombe mit einer Sprengkraft von elf Tonnen TNT nach Angaben des Pentagons von einer MC-130-Transportmaschine im Bezirk Achin in der Provinz Nangarhar. Dort war am vergangenen Wochenende ein US-Soldat im Einsatz gegen die getötet worden.

Der Gouverneur von Achin, Esmail Shinwari, sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Explosion durch die Bombe sei "die größte gewesen, die ich jemals gesehen habe". Riesige Flammen seien in der Gegend hochgeschlagen. Aus einer afghanischen Armeequelle verlautete, Bewohner hätten berichtet, der Boden habe beim Einschlag "wie bei einem Erdbeben" gezittert. Menschen seien ohnmächtig geworden.

Aus einer anderen afghanischen Militärquelle hieß es, vermutlich versteckten sich bis zu tausend in der Gegend. Nach Angaben von Sicherheitsexperten hat die IS-Miliz ihre Verstecke in der Nähe der Häuser von Zivilisten angelegt.

Nach Darstellung der Regierung in Kabul sind jedoch tausende Familien bereits in den vergangenen Monaten vor den Kämpfen geflohen. "Es wurden Vorsichtsmaßnahmen ergriffen, um zivile Opfer zu vermeiden", erklärte Präsident Aschraf Ghani im Kurzbotschaftendienst Twitter und stellte sich damit hinter den US-Bombenangriff.

Der Kommandeur der US-Truppen in Afghanistan, John Nicholson, begründete den Einsatz der Mega-Bombe damit, dass die Dschihadisten als Reaktion auf ihre zunehmenden Verluste zuletzt ihre Verteidigungsstellungen mit Sprengsätzen, Bunkern und Tunneln ausgebaut hätten. US-Präsident Donald Trump sprach von einer "sehr, sehr erfolgreichen" Mission.

Der Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, ergänzte, den IS-Kämpfern in der Region müsse der Raum für ihre Einsätze abgeschnitten werden, "was wir getan haben". Die USA haben rund 8400 Soldaten in Afghanistan im Einsatz. Sie unterstützen die afghanischen Regierungstruppen im Kampf gegen die radikalislamischen sowie gegen den IS.

Erst vor einer Woche hatte Trump den ersten Luftangriff auf syrische Regierungstruppen angeordnet. Dabei wurden 59 Tomahawk-Marschflugkörper auf einen Luftwaffenstützpunkt abgefeuert, von dem aus ein mutmaßlicher Giftgasangriff geflogen worden war.

Die MOAB war in den Jahren 2002 bis 2003 entwickelt worden. Sie wurde nach Angaben der US-Luftwaffe zuletzt im Jahr 2003 getestet. Danach sei eine gewaltige pilzförmige Wolke bis in 32 Kilometer Entfernung zu sehen gewesen.

Am Freitag fand in Moskau eine internationale Afghanistan-Konferenz mit Staaten der Region statt. Ziel des Treffens war es, Gespräche zwischen den Taliban und der afghanischen Regierung in Gang zu bringen. Vertreter von Nato-Staaten oder der Vereinten Nationen waren nicht beteiligt.

AFP

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