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Aktivisten: Stärkste russische Luftangriffe auf Provinz Idlib seit vier Wochen

Vor der erwarteten Großoffensive syrischer Truppen auf die Rebellenhochburg Idlib hat die russische Luftwaffe dort am Samstag nach Angaben von Aktivisten die stärksten Angriffe seit einem Monat

Syrische Truppen attackierten den Ort Chan Scheichun

Syrische Truppen attackierten den Ort Chan Scheichun

Vor der erwarteten Großoffensive syrischer Truppen auf die Rebellenhochburg Idlib hat die russische Luftwaffe dort am Samstag nach Angaben von Aktivisten die stärksten Angriffe seit einem Monat geflogen. Binnen drei Stunden habe es fast 60 Luftangriffe auf mehrere Ziele im Süden und Südosten der Provinz gegeben, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Syrische Flugzeuge warfen demnach zeitgleich Fassbomben ab.

Der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, sagte der Nachrichtenagentur AFP, die syrische Armee beschieße mehrere Stellungen von Dschihadisten und Aufständischen mit schwerer Artillerie. Einige seien zuvor verlassen worden. Am Freitag waren der Beobachtungsstelle zufolge bei russischen Luftangriffen auf Positionen der dschihadistischen Hajat Tahrir al-Scham (HTS) und der islamistischen Ahrar al-Scham fünf Menschen getötet worden.

Die HTS-Allianz ist aus der Al-Nusra-Front, dem syrischen Ableger des Al-Kaida-Netzwerks, hervorgegangen. Sie kontrolliert etwa drei Fünftel der im Nordwesten Syriens gelegenen Provinz Idlib.

Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle bezieht ihre Informationen von Aktivisten vor Ort. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.

Nach UN-Angaben leben in Idlib 2,9 Millionen Menschen, darunter 1,4 Millionen Vertriebene aus anderen Landesteilen. Der syrische Staatschef Baschar al-Assad hat am Rande von Idlib eine große Zahl von Truppen zusammengezogen. Im Fall einer Großoffensive drohen erbitterte Kämpfe, da es für die islamistischen Rebellen keine Ausweichmöglichkeit in Syrien mehr gibt. Die Vereinten Nationen riefen deshalb zur Vermeidung eines "Blutbads" auf.

Der Syriengesandte der Vereinten Nationen, Staffan de Mistura, hatte am Freitag einen Plan für einen Rückzug von Rebellen aus bewohnten Gebieten der Rebellenhochburg Idlib vorgelegt. Vor dem UN-Sicherheitsrat in New York sagte de Mistura, den bewaffneten Kämpfern solle eine Frist für einen Rückzug gesetzt werden. Während dieser Zeit sollten militärische Angriffe auf die Rebellen unterbleiben.

AFP

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