HOME

Alle Schulen in Göttingen wegen Coronavirus-Ausbruchs geschlossen

Nach einem massiven Coronavirus-Ausbruch durch Familienfeiern in einem größeren Hochhauskomplex hat die Stadt Göttingen bis Montag vorsorglich alle Schulen geschlossen.

Coronatests in einem Labor

Coronatests in einem Labor

Nach einem massiven Coronavirus-Ausbruch durch Familienfeiern in einem größeren Hochhauskomplex hat die Stadt Göttingen bis Montag vorsorglich alle Schulen geschlossen. Auch fünf Kitas und mehrere Schulen im umliegenden Landkreis Göttingen blieben bis über das kommende Wochenende zu, wie die Verwaltung der niedersächsischen Stadt am Dienstagabend erklärte. Zudem sollen alle Bewohner des Komplexes getestet werden.

Der Massentest sei ein "milderes Mittel" als die Anordnung einer pauschalen Quarantäne für sämtliche Betroffene, hieß es. In dem Komplex war es laut Behörden nach privaten Feierlichkeiten Ende Mai zum Ausbruch von Corona-Infektionen gekommen. Bei inzwischen 80 Menschen wurde eine Ansteckung bereits nachgewiesen, einige Testergebnisse stehen noch aus. Mehr als 200 Menschen erhielten Quarantäneanordnungen, die auch von der Polizei überwacht werden.

Nach früheren Angaben der Behörden konzentrieren sich die Fälle insbesondere auf die Mitglieder mehrerer Großfamilien. Weil sich unter den Infizierten auch viele Kinder und Jugendliche befinden, erfolgte aus Sicherheitsgründen nun die Schließung aller Schulen in Göttingen. Da an den Feiern auswärtige Besucher teilnahmen, waren zusätzlich mehrere Schulen in anderen Gemeinden betroffen.

Die Schließung der Schulen erfolge rein vorsorglich, erklärte die Stadt. Sie verschaffe den Behörden Zeit, um Tests auszuwerten, Infektionsketten aufzuklären, Quarantänemaßnahmen anzuordnen und eine weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Bereits am Sonntag hatte das Ordnungsamt sämtliche Shishabars in Göttingen kontrolliert, weil es auch Hinweise gab, dass ein entsprechendes Lokal ebenfalls eine Rolle bei den aktuellen Infektionen spielte.

Nach der Wiedereröffnung der Schulen am Montag soll dort für zwei Wochen eine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes eingeführt werden. Eine entsprechende Anordnung werde vorbereitet, hieß es. Eine Arbeitsgruppe der Stadt soll demnach derweil den Reihentest aller Bewohner des Hochhauskomplexes vorbereiten. Er soll in den kommenden Tagen beginnen. Die Hausverwaltung wurde aufgefordert, den Behörden einen Hygieneplan für die Wohngebäude vorzulegen.

AFP

Das könnte sie auch interessieren