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Als Held gefeierter Polizist nach Geiselnahme in Südfrankreich gestorben

Der nach dem islamistischen Angriff auf einen französischen Supermarkt als Held gefeierte Polizist ist tot.

Polizisten vor dem Supermarkt in Trèbes

Polizisten vor dem Supermarkt in Trèbes

Der nach dem islamistischen Angriff auf einen französischen Supermarkt als Held gefeierte Polizist ist tot. Der 45-jährige Gendarm Arnaud Beltrame erlag seinen schweren Verletzungen, wie Innenminister Gérard Collomb am Samstag mitteilte. Der Polizist hatte sich in dem Supermarkt gegen eine Geisel austauschen lassen und wurde vom Täter niedergeschossen. Er ist das vierte Todesopfer der islamistischen Angriffsserie vom Freitag in Südfrankreich.

Präsident Emmanuel Macron würdigte den Mut des verstorbenen Polizisten. Der Gendarm habe sein Leben geopfert, um den "dschihadistischen Terroristen" zu stoppen, erklärte Macron. Im Radiosender RTL äußerte sich der Bruder des verstorbenen Polizisten. "Er hat sein Leben für jemand anderen gegeben", sagte Cédric Beltrame. "Er wusste sicherlich, dass er praktisch keine Chance hatte."

Beltrame hatte am Freitag einer weiblichen Geisel das Leben gerettet, indem er sich gegen sie austauschen ließ. Er wurde angeschossen und lebensgefährlich verletzt, bevor Spezialkräfte schließlich den Supermarkt im südfranzösischen Trèbes stürmten und den Täter erschossen. Einem Medienbericht zufolge hatte Beltrame erst im Dezember an einer Übung teilgenommen, bei der eine Attacke auf einen Einkaufsmarkt simuliert worden war.

Bei der Angriffsserie am Freitag wurden auch 15 Menschen verletzt. Der polizeibekannte Angreifer, der in Marokko geborene Franzose Radouane Lakdim, hatte am Vormittag nach Angaben des Anti-Terror-Staatsanwalts François Molins zunächst in der Stadt Carcassonne ein Auto geraubt. Der 25-Jährige tötete einen der Insassen und verletzte den Fahrer. Kurze Zeit später verletzte er mit Schüssen einen Polizisten, der mit Kollegen vom Joggen zurückkam.

Lakdim fuhr schließlich in das nahegelegene Trèbes, stürmte in den Supermarkt und erschoss einen Mitarbeiter und einen Kunden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft rief er "Allah Akbar" (Gott ist der Größte) und bezeichnete sich als "Soldaten" der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Er habe gesagt, er sei bereit, für Syrien zu sterben, und habe die Freilassung inhaftierter "Brüder" gefordert.

Die meisten der rund 50 Kunden konnten über einen Notausgang fliehen. Ein ehemaliger Polizist, der auch in dem Laden war, brachte nach eigener Aussage mehrere Kunden in einer Kühlanlage für Fleisch in Sicherheit.

Ein Freund von Lakdim wurde in der Nacht zum Samstag in Gewahrsam genommen, wie die Nachrichtenagentur AFP aus Ermittlerkreisen erfuhr. Der im Jahr 2000 geborene Jugendliche werde der Mitgliedschaft in einer kriminellen terroristischen Vereinigung verdächtigt. Am Freitag hatte die Polizei bereits wegen des gleichen Vorwurfs eine Frau festgenommen, die mit dem Attentäter zusammenlebte.

Der Angreifer war den Behörden wegen Verstößen gegen das Waffen- und Drogengesetz bekannt. Staatsanwalt Molins sagte, er sei zudem wegen Verbindungen zur Salafisten-Szene ins Visier der Geheimdienste geraten. Es habe aber keine Anzeichen dafür gegeben, dass er zur Tat schreiten könnte.

Innenminister Collomb sagte, die Sicherheitsbehörden hätten den Mann zwar observiert, hätten aber keine Radikalisierung feststellen können. Der junge Mann sei ein Einzeltäter und "unerwartet zur Tat geschritten". Die IS-Miliz erklärte über ihr Sprachrohr Amaq, einer ihrer "Soldaten" sei für den Angriff verantwortlich.

Im Gedenken an die Opfer von Carcassonne und Trèbes wurde am Freitag um Mitternacht die Beleuchtung des Eiffelturms ausgeschaltet. Im Pariser Stade de France wurde vor dem Fußball-Testspiel zwischen Frankreich und Kolumbien einen Schweigeminute abgehalten. Die Regierungspartei von Präsident Macron, La République en Marche, verschob nach eigenen Angaben die für diesen Samstag geplanten Aktionen zur Vorbereitung des Europawahlkampfs.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verurteilte in einer Stellungnahme am Samstag die "menschenverachtenden Taten". Die offenen Gesellschaften müssten "aktiv verteidigt" und die Anstrengungen zur "Terrorabwehr" intensiviert werden.

Frankreich war in den vergangenen Jahren wiederholt Ziel islamistischer Anschläge, dabei wurden mehr als 240 Menschen getötet. Am tödlichsten war die Angriffsserie im November 2015 in Paris mit 130 Toten.

AFP

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