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Amira Mohamed Ali und Bartsch bilden neue Spitze der Linken-Bundestagsfraktion

Überraschung bei der Vorsitzenden-Wahl der Linken im Bundestag: Die niedersächsische Bundestagsabgeordnete Amira Mohamed Ali setzte sich am Dienstag gegen ihre Konkurrentin Caren Lay durch und wird

Amira Mohamed Ali und Dietmar Bartsch

Amira Mohamed Ali und Dietmar Bartsch

Überraschung bei der Vorsitzenden-Wahl der Linken im Bundestag: Die niedersächsische Bundestagsabgeordnete Amira Mohamed Ali setzte sich am Dienstag gegen ihre Konkurrentin Caren Lay durch und wird die Fraktion künftig gemeinsam mit dem wiedergewählten Ko-Chef Dietmar Bartsch führen. Die dem linken Parteiflügel zugerechnete Mohamed Ali, die erst seit zwei Jahren im Bundestag sitzt, kam auf 52 Prozent. Lay schaffte nur 42 Prozent. Bartsch wurde mit 63,7 Prozent im Amt bestätigt.

Die 39-jährige Mohamed Ali tritt die Nachfolge von Sahra Wagenknecht an, die ebenfalls dem linken Parteiflügel angehört und aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr angetreten war. Im ersten Wahlgang erreichte keine der beiden konkurrierenden Kandidatinnen die erforderliche absolute Mehrheit. Im zweiten Durchgang erhielt Mohamed Ali 36 Stimmen, Lay schaffte nur 29. Der 61-jährige Bartsch, der keinen Gegenkandidaten hatte, erhielt bereits im ersten Wahlgang die nötige Mehrheit von 44 Stimmen.

Die beiden Fraktionsvorsitzenden riefen die zerstrittene Linkspartei zur Geschlossenheit auf. Mohamed Ali sagte mit Blick auf die internen Streitigkeiten: "Ich sehe, dass wir an vielen Stellen noch aufeinander zugehen müssen." Sie wolle "mit jeder und mit jedem reden" und alle "einbinden".

Die Fraktion müsse mit vereinten Kräften die Bundesregierung stellen, "wo sie gestellt werden muss", fügte Mohamed Ali hinzu. Die neue Fraktionschefin räumte zugleich ein: "Ich glaube man muss in jede Aufgabe hineinwachsen, als Fraktionsvorsitzende wird man nicht geboren."

Bartsch, der seit 2015 an der Spitze der Fraktion steht, sagte, es sei Aufgabe der Linken, eine attraktive Alternative zu gegenwärtigen Politik aufzubauen. Es gehe jetzt gemeinsam darum, "die Potenziale, die in der Linksfraktion sind, noch mehr zu heben". Bartsch, der dem Realo-Flügel der Linken angehört, hatte vor vier Jahren gemeinsam mit Wagenknecht die Nachfolge des langjährigen Fraktionschefs Gregor Gysi angetreten.

AFP