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An ukrainischer Grenze festsitzende jüdische Pilger treten teilweise Rückweg an

Jüdischer Pilger an der ukrainischen Grenze
Jüdischer Pilger an der ukrainischen Grenze
© © 2020 AFP
Hunderte an der ukrainisch-belarussischen Grenze festsitzende jüdische Pilger haben offenbar den Heimweg angetreten. "Gestern waren es noch rund tausend, heute morgen um 10.

Hunderte an der ukrainisch-belarussischen Grenze festsitzende jüdische Pilger haben offenbar den Heimweg angetreten. "Gestern waren es noch rund tausend, heute morgen um 10.00 Uhr (Ortszeit) waren es nur noch 700", sagte ein Sprecher des ukrainischen Grenzschutzes am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Die Pilger waren anlässlich des jüdischen Neujahrs auf dem Weg in die ukrainische Stadt Uman, die Behörden verweigerten aber unter Verweis auf die Coronavirus-Pandemie die Einreise.

Die ultra-orthodoxen Juden hatten die Reise entgegen der Warnung sowohl der ukrainischen als auch der israelischen Regierung angetreten. In Uman befindet sich das Grab von Rabbi Nachman, dem Gründer einer chassidischen Bewegung. Zum jüdischen Neujahr, das dieses Jahr auf den 18. bis 20. September fällt, machen sich jedes Mal zehntausende Pilger auf den Weg dorthin.

Viele Pilger dachten, sie könnten die seit August geltenden ukrainischen Beschränkungen umgehen, indem sie über Belarus einreisen. Etwa 2000 von ihnen, vor allem aus Israel, aber auch aus den USA, Großbritannien und Frankreich, wurden an der Grenze aufgehalten. Die belarussischen Behörden ließen sie passieren, die ukrainischen nicht, woraufhin sie in der neutralen Zone zwischen den beiden Ländern festsaßen.

Seit Montag hätten 1216 Menschen, darunter 337 Kinder, versucht, die Grenze von Belarus in die Ukraine zu überqueren, erklärte der belarussische Grenzschutz. Die Behörde stellte den Menschen Lebensmittel und Zelte zur Verfügung. Am Donnerstag forderte die israelische Regierung die Pilger zur Rückkehr auf.

Die ukrainischen Grenzschützer teilten am Freitag mit, an den Grenzen zu Ungarn, Polen und Rumänien Menschen wegen illegaler Grenzübertritte festgenommen zu haben, darunter viele israelische und US-Staatsbürger.

3000 chassidische Juden trafen laut Behördenangaben unterdessen zu den Feierlichkeiten in Uman ein. Die Behörden verschärften nach eigenen Angaben die Sicherheitsmaßnahmen. Die Neujahrsfeierlichkeiten sollten am Freitag in der Abenddämmerung beginnen.

Sowohl die Ukraine als auch Israel wollen einen weiteren Anstieg der Coronavirus-Infektionen verhindern. In der Ukraine wurden bislang mehr als 166.000 Corona-Fälle gemeldet, mehr als 3400 Menschen starben. Am Donnerstag hatten die ukrainischen Behörden einen Rekordanstieg von 3584 Corona-Infektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet.

AFP

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