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Angeklagter in Terrorprozess um Lkw-Anschlag von Stockholm bekennt sich schuldig

Mit einem Schuldbekenntnis des Angeklagten hat der Terrorprozess um den tödlichen Lkw-Anschlag von Stockholm begonnen.

Wachmann vor dem Gerichtssaal in Stockholm

Wachmann vor dem Gerichtssaal in Stockholm

Mit einem Schuldbekenntnis des Angeklagten hat der Terrorprozess um den tödlichen Lkw-Anschlag von Stockholm begonnen. Der Dschihadist Rachmat Akilow habe mit der Attacke vom April 2017 "Angst" verbreiten und ein Ende der schwedischen Beteiligung an der internationalen Allianz gegen die Dschihadistenmiliz IS erzwingen wollen, sagte sein Anwalt am Dienstag vor einem Stockholmer Gericht. Der aus Usbekistan stammende Mann will eine lebenslange Haftstrafe akzeptieren.

Akilow war am 7. April 2017 mit einem gestohlenen Lastwagen in eine Einkaufsstraße gerast. Nach eigenem Bekunden wollte er möglichst viele "Ungläubige" überfahren. "Er hat fünf Menschen getötet und zehn Menschen verletzt", sagte sein Verteidiger Johan Eriksson nun vor Gericht. Bei den Todesopfern handelte es sich um drei Schweden, darunter ein 11-jähriges Mädchen, einen Briten und eine Belgierin.

Die Terrorfahrt endete im Schaufenster eines Kaufhauses. Anschließend ließ Akilow, der am Mittwoch 40 Jahre alt wird, in der Fahrerkabine einen selbstgebauten Sprengsatz aus fünf Gasflaschen und Nägeln detonieren. Dieser richtete nur materiellen Schaden an. Der Angreifer, der dem IS die Treue geschworen hatte, wollte nach eigenen Angaben bei der Explosion sterben. Nach der Attacke entkam er in der U-Bahn, wurde Stunden später aber gefasst.

Zum Prozessauftakt am Dienstag wurde er mit Handschellen in einen besonders gesicherten Gerichtssaal geführt. Die Staatsanwaltschaft legte am ersten Verhandlungstag eine Reihe von Konversationen vor, die Akilow über Dienste wie WhatsApp, Telegram und Zello geführt hatte.

Von den 209 Unterhaltungen sind nach Einschätzung der Ermittler 16 besonders "interessant". So war Akilow in einem Forum mit dem Namen "Weg zum islamischen Kalifat" aktiv. In einer Botschaft an eine Kontaktperson nannte er mögliche Anschlagsziele, unter anderem eine Synagoge, eine Fähre und eine Diskothek. "Es gibt hier sehr viele Ungläubige", schrieb er.

Nach den Kontaktpersonen wird noch gesucht. Die Ermittler gehen aber davon aus, dass der Angeklagte alleine handelte. Die Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft. Nach Verbüßen der Strafe - in Schweden bedeutet lebenslange Haft im Schnitt 16 Jahre Gefängnis - soll Akilow abgeschoben werden.

Der Usbeke war 2014 nach Schweden gekommen. Nachdem sein Asylantrag 2016 abgelehnt wurde, tauchte er unter.

Vor Gericht soll er sich selbst ab dem 20. Februar äußern. Für den Prozess sind 35 Verhandlungstage angesetzt, ein Urteil wird im Juni erwartet.

Die Attacke vom 7. April 2017 war der zweite islamistische Anschlag in der schwedischen Geschichte. Im Dezember 2010 hatte sich ein Mann in der Stockholmer Innenstadt in die Luft gesprengt, er verletzte dabei mehrere Passanten.

AFP

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