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Angestellte besetzen Teil von UN-Gebäude im Gazastreifen

Wegen der Ankündigung von Stellenstreichungen bei der UN-Organisation für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) sind Mitarbeiter im Gazastreifen auf die Barrikaden gegangen: Wie der Leiter des

UNRWA-Mitarbeiter und ihre Familie demonstrieren

UNRWA-Mitarbeiter und ihre Familie demonstrieren

Wegen der Ankündigung von Stellenstreichungen bei der UN-Organisation für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) sind Mitarbeiter im auf die Barrikaden gegangen: Wie der Leiter des UNRWA-Büros im Gazastreifen, Matthias Schmale, am Mittwoch sagte, besetzten Angestellte einen Teil des Gebäudes in der Stadt Gaza. Unterstützung erhielten sie von der im Gazastreifen herrschenden radikalislamischen Hamas.

Die UNRWA hatte im Juli angekündigt, im Gazastreifen und im Westjordanland 250 ihrer insgesamt 13.000 Mitarbeiter zu entlassen, nachdem die USA ihre Zahlungen an die Organisation um 300 Millionen Dollar (259 Millionen Euro) pro Jahr gekürzt hatten. Seit der Ankündigung gab es täglich Proteste der Angestellten-Gewerkschaft der UNRWA.

Schmale sagte, die Protestierenden hätten den Teil des Gebäudes besetzt, in dem sich unter anderem sein Büro befinde. Bereits seit mehr als zwei Wochen habe er sein Büro nicht betreten können. Der deutsche UN-Vertreter warf der Gewerkschaft vor, eine "rote Linie überschritten" zu haben. In den vergangenen Wochen habe es zahlreiche Zwischenfälle gegeben. Palästinensische Kollegen seien bedroht und eingeschüchtert worden. "Ich sorge mich sehr um die Sicherheit meiner palästinensischen Kollegen", sagte Schmale.

Der Vorsitzende der UNRWA-Gewerkschaft im Gazastreifen, Amir al-Mischal, wies die Vorwürfe zurück. Es handle sich um einen "friedlichen und sicheren Sitzstreik" für das Recht der Mitarbeiter, ihre Arbeit fortzusetzen, sagte er. Einige der von den Entlassungen Betroffenen seien schon seit 30 Jahren für die Organisation tätig und wollten mit der Leitung sprechen.

Am Mittwoch besuchte der ranghohe Hamas-Vertreter Mahmud Sahar das UNRWA-Gebäude und versprach den Protestierenden die Unterstützung seiner Organisation. Schmale sagte, er habe von dem Besuch nichts gewusst. Der Besuch eines Hamas-Mitglieds verstoße gegen den Neutralitäts-Grundsatz der UNO. Schmale warf der Hamas vor, den Protest der UNRWA-Mitarbeiter politisch zu instrumentalisieren und für ihre Forderungen, etwa Rückkehrrechte für , zu nutzen.

Die UNRWA kümmert sich um die rund drei Millionen palästinensischen Flüchtlinge im Nahen Osten, die im Zusammenhang mit der Staatsgründung Israels 1948 vertrieben worden oder geflohen waren.

Im Gazastreifen betreibt die UNRWA unter anderem 200 Schulen. Wenn der Streit um die Arbeitsplätze andauert und keine zusätzlichen Gelder bereit gestellt werden, können sie möglicherweise nach den Sommerferien nicht öffnen.

Eine kleine Gruppe von UNRWA-Mitarbeitern ist inzwischen in einen Hungerstreik getreten. Einer von ihnen, Ismail al-Talaa, der an einer Schule arbeitet, sagte, er habe den vierten Tag in Folge keine Nahrung zu sich genommen.

AFP

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