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Angriff auf Luxushotel in Kabul

Bewaffnete haben am Samstag ein Luxushotel in der afghanischen Hauptstadt Kabul angegriffen.

Sicherheitskräfte in Kabul

Sicherheitskräfte in Kabul

Bewaffnete haben am Samstag ein Luxushotel in der afghanischen Hauptstadt angegriffen. Vier Angreifer schossen im Hotel Intercontinental auf Gäste, wie ein Vertreter des afghanischen Geheimdienstes der Nachrichtenagentur AFP sagte. Der Angriff dauerte am Abend an. In afghanischen Medienberichten war von zahlreichen Toten die Rede, die Behörden sprachen zunächst lediglich von einem getöteten Angreifer. Das Hotel gehört nicht zu der bekannten Kette InterContinental.

Ein Hotelgast, der sich in einem Zimmer versteckte, berichtete der AFP per Telefon, er höre Schüsse. Als der AFP-Journalist den Gast nochmal anrufen wollte, war das Telefon ausgeschaltet.

"Der Angriff läuft noch", sagte der Geheimdienstvertreter der AFP. Nach seinen Angaben schossen die Angreifer auf Gäste und legten im vierten Stock des Hotels Feuer. Nach Angaben eines Sprechers des Innenministeriums, Nasrat Rahimi, konnten Sicherheitskräfte das erste und zweite Stockwerk im Laufe des Abends sichern. Verletzte Hotelgäste seien in Krankenhäuser gebracht worden. "Einige Gäste wurden gerettet. Wir können die Zahl der Opfer erst nennen, wenn der Einsatz beendet ist."

Ein weiterer Innenministeriumssprecher, , sagte, einer der Angreifer sei getötet worden. "Unsere Spezialkräfte sind vor Ort. Sie werden alle Angreifer töten." Nach Angaben des Sprechers fand zum Zeitpunkt der Attacke keine besondere Veranstaltung in dem Hotel statt. Am Samstagnachmittag hatte es dort eine Konferenz über die afghanisch-chinesischen Beziehungen gegeben.

Während ein Behördenvertreter sagte, die Angreifer hätten sich mit Schusswaffen und Panzerfäusten den Weg zu dem Hotel freigeschossen, war laut Ministeriumssprecher Danisch noch unklar, wie die Angreifer ins Gebäude gelangen konnten. Die Behörden würden bereits dieser Frage nachgehen. Erst vor zwei Wochen habe ein privater Sicherheitsdienst die Bewachung übernommen. Die Angreifer hätten "möglicherweise eine Hintertür der Küche benutzt", sagte Danisch.

Ein AFP-Reporter, der am Nachmittag während der Konferenz im Hotel dabei war, musste zuvor zwei Fahrzeugkontrollen passieren sowie eine Körperkontrolle am Eingang - letztere wäre aber leicht zu umgehen gewesen, wenn er über eine niedrige Absperrung gestiegen und in die Lobby gegangen wäre.

Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Zuletzt hatte sich immer häufiger die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zu Anschlägen in Kabul bekannt. Die afghanischen Behörden machen das mit den islamistischen Taliban verbündete Hakkani-Netzwerk für viele der Taten mitverantwortlich.

In den vergangenen Tagen waren in Kabul lebende Ausländer vor möglichen Anschlägen gewarnt worden. Ihnen wurde geraten, Hotels, öffentliche Versammlungen und Treffpunkte von Ausländern zu meiden. "Extremisten könnten einen Angriff auf Hotels in Kabul planen", hieß es in einem Warnhinweis.

Das in Kabul war im Juni 2011 von einem Anschlag mit 21 Toten erschütter worden. In der Luxusherberge aus den 60er Jahren finden häufig Hochzeiten, Konferenzen und politische Versammlungen statt. Es gibt mehrere Restaurants und ein Schwimmbad.

AFP

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