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Argentiniens Ex-Präsident wegen Bespitzelung angeklagt

Mauricio Macri
Mauricio Macri
© © 2021 AFP
Argentiniens Ex-Präsident Mauricio Macri muss sich wegen der mutmaßlichen Bespitzelung von Angehörigen eines spektakulären U-Boot-Unglücks vor Gericht verantworten.

Argentiniens Ex-Präsident Mauricio Macri muss sich wegen der mutmaßlichen Bespitzelung von Angehörigen eines spektakulären U-Boot-Unglücks vor Gericht verantworten. Der argentinische Bundesrichter Martín Bava erhob am Mittwoch Anklage wegen "verbotener nachrichtendienstlicher Maßnahmen" gegen den 62-Jährigen. Als Staatschef soll Macri die Überwachung der Familien von 44 bei dem Unglück der "ARA San Juan" getöteten Besatzungsmitgliedern angeordnet haben.

Das argentinische U-Boot war im November 2017 verschollen. Nach einjähriger Suche wurde das Wrack in mehr als 900 Meter Tiefe am Boden des Atlantik entdeckt. Es war bei einer Implosion, die offenbar durch einen technischen Defekt verursacht wurde, zerquetscht worden. Die Behörden verzichteten auf den Versuch, das Wrack zu bergen.

Die argentinische Marine hatte die Suche nach dem Wrack nach einigen Wochen zunächst aus Kostengründen eingestellt. Die Angehörigen der Besatzungsmitglieder setzten sich dann lange medienwirksam für die Fortsetzung der Suche ein. Sie gaben später an, beschattet, abgehört und eingeschüchtert worden zu sein.

Im Zusammenhang mit diesen Vorwürfen wurde bereits Anklage gegen zwei ehemalige Geheimdienstchefs erhoben. Macri, der als wirtschaftsliberaler Politiker und Oppositionsführer weiterhin eine wichtige Rolle in der Politik seines Landes spielt, wurde auf Kaution freigelassen, darf Argentinien aber nicht verlassen. Er weist die Vorwürfe zurück.

AFP

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