HOME

Auch Großbritannien will kein grundsätzliches Verbot für Huawei verhängen

Auch die britische Regierung will den chinesischen Netzwerkausrüster Huawei nicht grundsätzlich vom Aufbau des 5G-Netzes im Land ausschließen.

Huawei-Shop in London

Huawei-Shop in London

Auch die britische Regierung will den chinesischen Netzwerkausrüster Huawei nicht grundsätzlich vom Aufbau des 5G-Netzes im Land ausschließen. Die Regierung erklärte am Dienstag ohne Nennung von Unternehmensnamen, "Anbieter mit hohen Risiken" sollten zwar einen nur begrenzten Zugang erhalten, aber nicht per se ausgeschlossen werden. Huawei reagierte prompt: Der Konzern fühle sich bestätigt, dass er eine Rolle beim britischen 5G-Netz spielen werde, erklärte das Unternehmen.

Huawei ist einer der weltweit führenden Netzwerkausrüster auf dem Gebiet der 5G-Technologie. In zahlreichen Ländern, auch in Deutschland, gibt es aber Sorgen, dass Huawei-Technik ein Einfallstor für chinesische Spionage oder Sabotage sein könnte.

Die USA haben Huawei deshalb vom Aufbau ihrer 5G-Mobilfunknetze ausgeschlossen und üben Druck auf Großbritannien und andere europäische Staaten aus, eine Zusammenarbeit mit dem chinesischen Konzern ebenfalls auszuschließen. Washington droht damit, andernfalls den Austausch von Geheimdienstinformationen einzuschränken.

US-Außenminister Mike Pompeo hatte erst am Sonntag getwittert, Großbritannien stehe beim 5G-Ausbau vor einer "folgenreichen Entscheidung". Er wird am Mittwoch zu Gesprächen mit seinem britischen Kollegen Dominic Raab in London erwartet.

Der britische Premierminister Boris Johnson hatte erst kürzlich angedeutet, dass es schwierig sei, Huawei nicht am 5G-Ausbau zu beteiligen. In Regierungskreisen wurde betont, dass Großbritannien anders als die USA bereits seit 15 Jahren auf Huawei-Technologie setze, die Teil des 4G-Netzes sei. Die Sicherheitsbehörden des Landes gehen deshalb von einem beherrschbaren Risiko aus.

Das 5G-Netz baut auf dem Vorgänger 4G auf. Bei einem Ausschluss Huaweis müsste deshalb ein Teil der 4G-Infrastruktur zurückgebaut und durch Material von Konkurrenten wie Ericsson und Nokia ersetzt werden. Dies wäre jedoch teuer und würde den Übergang zur neuen Netz-Generation verzögern.

Kurz vor der britischen Regierung hatte die EU-Kommission erklärt, sie wolle Huawei nicht grundsätzlich von der Beteiligung am Aufbau der 5G-Mobilfunknetze ausschließen. "Es geht nicht um Diskriminierung", sagte EU-Industriekommissar Thierry Breton am Dienstag im EU-Parlament. Er kündigte "strikte" und "anspruchsvolle" Regeln an. Jede Firma, die sie einhalte, sei in Europa willkommen.

AFP