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Auch Industriestaaten zunehmend von Extremwetter heimgesucht

Auch wohlhabende westliche Staaten bekommen die Folgen des Klimawandels zunehmend zu spüren.

Flutschäden in Sachsen

Flutschäden in Sachsen

Auch wohlhabende westliche Staaten bekommen die Folgen des Klimawandels zunehmend zu spüren. Das ist ein zentrales Ergebnis des am Dienstag vorgelegten Klima-Risiko-Index der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch. Allein in Deutschland starben im vergangenen Jahr demnach 27 Menschen bei extremen Wetterlagen, die materiellen Schäden summierten sich auf knapp 3,18 Milliarden Euro (3,6 Milliarden US-Dollar).

Im Langfrist-Index für den gesamten Zeitraum von 1998 bis 2017 lag Deutschland bei den Risiken für Klimaschäden demnach im weltweiten Vergleich auf dem 25. Platz, das Nachbarland Frankreich sogar auf dem 20. Rang. "Auch reiche Industriestaaten werden vom Klimawandel immer härter getroffen", erklärte der Germanwatch-Experte David Eckstein.

Weltweit war das vergangenen Jahr der Analyse zufolge mit mehr als 11.500 Toten und mehr als 375 Milliarden US-Dollar (mehr als 331 Milliarden Euro) Schäden das verheerendste Extremwetterjahr der jüngeren Geschichte. Dazu trugen Wirbelstürme bei, die die beiden Karibikstaaten Puerto Rico und Dominica verwüsteten. Puerto Rico führte den Risikoindex für das vergangene Jahr an, es folgten Sri Lanka, Dominica und Nepal.

In der Gesamtbetrachtung seit 1998 leiden weiter vor allem ärmere Länder stark unter den Folgen von Stürmen, Überschwemmungen oder Rekorddürren. Auch der Langfrist-Index wird von dem Inselstaat Puerto Rico angeführt, gefolgt von Honduras, Myanmar, Haiti sowie den Philippinen. Unter den ersten Zehn befindet sich kein Industrieland.

Den Autoren der jährliche Untersuchung zufolge leiden diese Staaten zunehmend aus einer Kombination aus immer stärkeren Unwettern und deren regelmäßiger Wiederkehr. Dies führe im Ergebnis dazu, dass gerade arme Länder kaum Zeit hätten, sich zu erholen, erklärte Germanwatch anlässlich des Beginns der UN-Klimakonferenz im polnischen Kattowitz.

In den vergangenen 20 Jahren gab es laut Analyse mehr als 11.500 Extremwetterereignisse. Dabei kamen mehr als 526.000 Menschen ums Leben. Die Sachschäden beliefen sich demnach ausgedrückt in sogenannten Kaufkraftparitäten auf 3,5 Billionen US-Dollar (3,1 Billionen Euro)

Der Klima-Risiko-Index erfasst durch Wetterextreme verursachte Schäden und Todesfälle. Diese werden außerdem in Beziehung zu wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit und Einwohnerzahl gesetzt, um eine Rangliste der Betroffenheit zu erstellen. Als Basis nutzt Germanwatch Daten des Rückversicherers Munich Re und des Internationalen Währungsfonds (IWF).

Die Verfasser betonen, dass die Daten keine "einfache Aussage" darüber erlauben, welcher Anteil der Wetterextreme direkt auf den Klimawandel zurückzuführen ist. Es sei auf diese Weise aber möglich, "ein Bild der Verwundbarkeit der Staaten" gegenüber diesen Entwicklungen zu zeichnen.

AFP