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Aufräumarbeiten nach Unwetterkatastrophe gehen bei entspannter Wetterlage voran

Steinbachtalsperre
Steinbachtalsperre
© © 2021 AFP
Nach der Unwetterkatastrophe hat sich die Lage in den betroffenen Regionen stabilisiert.

Nach der Unwetterkatastrophe hat sich die Lage in den betroffenen Regionen stabilisiert. Die Aufräumarbeiten schritten am Montag voran, nach wie vor gilt allerdings eine nicht genau bekannte Zahl an Menschen als vermisst. Nach Polizeiangaben stieg die Zahl der Toten im besonders betroffenen Kreis Ahrweiler auf 117, womit insgesamt mehr als 160 Menschen in Folge der Unwetter starben.

Die Polizei in Koblenz hatte für den Kreis Ahrweiler am Sonntag die Zahl der Toten noch mit 110 angegeben. Mit der Erhöhung auf 117 Opfer und den 46 bestätigten Todesfällen in Nordrhein-Westfalen starben insgesamt mindestens 163 Menschen in den beiden Bundesländern. Im Kreis Ahrweiler erhöhte die Polizei zudem die Zahl der Verletzten von 670 auf 749 Menschen.

Im Bereich der zwischenzeitlich als gefährdet eingestuften Steinbachtalsperre stabilisierte sich die Lage. Der Wasserstand sei weit genug gesenkt worden, die Evakuierungen der Orte unterhalb des Damms könnten beendet werden, erklärte die Bezirksregierung Köln. "Ein Dammbruch ist jetzt nicht mehr zu befürchten."

Laut Kölner Bezirksregierung sollen die Behörden im zuständigen Rhein-Sieg-Kreis eine "geregelte Rückkehr" der Einwohner der sicherheitshalber geräumten Gemeinden Swisttal und Rheinbach organisieren. Der Kreis erklärte am Montagvormittag, es sei nach Expertenbewertung ein "unkritischer Wasserstand" erreicht worden.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) lobte bei einem Besuch vor Ort die "erstklassige Leistung" der Helfer. Wie wichtig diese sei, habe sich dort gezeigt. Seehofer sagte über das Unwetter, "ein solches Ereignis ist zuallererst eine Stunde für die Hilfe und für die Solidarität."

Nach den verheerenden Starkregenfällen der vergangenen Woche war Wasser über die Spitze des Staudamms bei Euskirchen gelaufen und hatte die Talsperre beschädigt. Zusätzlich lastete ein enormer Wasserdruck auf dem Damm. Die Behörden hatten deshalb einen Bruch befürchtet und die unterhalb liegenden Orte geräumt. Sie ließen Wasser über die Abläufe ab, zusätzlich waren Helfer der Feuerwehr und des Technisches Hilfswerks (THW) mit großen Pumpen im Einsatz.

Auch in Bayern entspannte sich nach der am Sonntag zwischenzeitlich schwierigen Lage die Hochwassersituation am Montag deutlich. Da es keine relevanten Niederschläge mehr gegeben habe und nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes auch die kommenden Tage keine relevanten Flächenniederschläge geben werde, sei von einer weitergehenden Entspannung auszugehen, teilte der Hochwassernachrichtendienst Bayern mit. "Die Wellen laufen ab", hieß es im Lagebericht des Warndienstes.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) sieht nach der Hochwasserkatastrophe vor allem im Westen Deutschlands das Problem weniger in Schwächen des staatlichen Warnsystems als im Umgang mit den Warnungen durch örtliche Behörden und Bevölkerung. "Die Warninfrastruktur ist nicht unser Problem gewesen, sondern die Frage, wie sensibel reagieren Behörden, aber auch die Bevölkerung", sagte BBK-Präsident Armin Schuster im Deutschlandfunk.

Dies hänge auch damit zusammen, dass es Katastrophenlagen dieses Ausmaßes bislang nicht gegeben habe, sagte Schuster weiter. Die gesamte Warninfrastruktur selbst dagegen habe "vollständig funktioniert", hob er hervor. Dies gelte für die Alarmketten und auch die Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes seien "ziemlich gut" gewesen. Zwischen Mittwoch und Samstag seien rund 150 Warnmeldungen abgesetzt worden.

In den vom Hochwasser betroffenen Gebieten blieb auch am Montag das Mobilfunknetz lückenhaft. Der größte deutsche Mobilfunkanbieter Vodafone erklärte, dass dort noch ein Sechstel der Funkstationen vom Netz abgeschnitten sei. Eine Grundversorgung solle allerdings im Laufe der Woche im gesamten Katastrophengebiet wieder hergestellt werden.

AFP

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