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Aus Sorge um ihre Sicherheit Literaturnobelpreisträgerin Alexijewitsch verlässt Belarus

Alexijewitsch
Swetlana Alexijewitsch, belarussische Literaturnobelpreisträgerin von 2015. Foto: -/TUT.by/AP/dpa
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Lange zögerte die weltbekannte Autorin Alexijewitsch, ihre Heimat zu verlassen. Aber der Druck des Apparats von Machthaber Lukaschenko wuchs zuletzt immer mehr. Nun wurde sie in Berlin erwartet.

Die politisch engagierte Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch hat nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ihre Heimat Belarus verlassen. Die 72-Jährige sorgte sich demnach um ihre Sicherheit.

Alexijewitsch flog an Bord einer Maschine der belarussischen Fluggesellschaft Belavia nach Deutschland und landete in Berlin-Schönefeld.

Die Autorin gehört zu den schärfsten Kritikern von Machthaber Alexander Lukaschenko. Sie forderte immer wieder seinen Rücktritt. Alexijewitsch musste als Präsidiumsmitglied des Koordinierungsrates der Opposition in Belarus befürchten, wie ihre Mitstreiter entweder in Haft zu kommen oder gegen ihren Willen außer Landes gebracht zu werden.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur entschied sie sich dafür, das Land freiwillig zu verlassen. Zuvor hatten sich westliche Diplomaten für ihren Schutz eingesetzt, sie richteten auch einen Wachdienst ein, nachdem die Schriftstellerin sich in ihrer Wohnung in Minsk von den belarussischen Behörden bedroht gefühlt hatte. Alexijewitsch hatte viele Angebote aus dem Ausland erhalten, sich in Sicherheit zu bringen.

Auch Friedenspreisträger aus aller Welt hatten sich mit der Autorin solidarisiert und ihren Mut gewürdigt. «Sie hat nichts anderes getan als das, wofür sie mit dem Friedenspreis des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels im Jahre 2013 ausgezeichnet worden ist: die Wahrheit auszusprechen und ihre Stimme all jenen zu leihen, die sich auflehnen gegen Erniedrigung», hieß es in der Erklärung.

«Wir solidarisieren uns mit Swetlana Alexijewitsch und ihren Gefährt*innen vom Koordinationsrat und fordern die Einstellung der Einschüchterung, der Terrormaßnahmen gegen sie wie gegen die bisher so friedlich verlaufene Bewegung des belarussischen Volkes.»

Alexijewitsch war wie die meisten anderen Mitglieder des Koordinierungsrates der Zivilgesellschaft unlängst auch zur Vernehmung vorgeladen worden. Sie beklagte zuletzt öffentlich, dass ihr Präsidiumskollege Maxim Snak festgenommen wurde. Zuvor waren die Oppositionelle Maria Kolesnikowa und andere verhaftet worden. Zwei Präsidiumsmitglieder hatten das Land auf Druck der Behörden verlassen.

«Erst haben sie uns das Land gestohlen, jetzt greifen sie die Besten von uns auf», sagte Alexijewitsch unlängst. Aber es kämen Hunderte andere an ihrer Stelle. Das Land bäume sich auf gegen den Machtapparat. Es gehe hier aber nicht um einen Umsturz, wie von Lukaschenko behauptet. «Wir wollten keine Spaltung in unserem Land. Wir wollten, dass in der Gesellschaft ein Dialog beginnt.» Es gingen auch Menschen mit kleinen Kindern auf die Straße, weil sie fest vom Sieg überzeugt seien.

Zugleich appellierte die Nobelpreisträgerin an Intellektuelle in Russland, den «Volkswillen» in Belarus zu unterstützen. «Warum schweigt Ihr? Wir hören nur seltene Stimmen der Unterstützung (...) Warum schweigt Ihr, wenn Ihr seht, dass ein kleines stolzes Volk getreten wird? Wir sind doch Eure Brüder.»

dpa

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