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Ausgangssperre in Washington wegen Anti-Rassismus-Protesten verhängt

In der US-Hauptstadt Washington ist angesichts der anhaltenden Proteste nach dem tödlichen Polizeieinsatz gegen einen Afroamerikaner eine Ausgangssperre für die Nacht zum Montag (Ortszeit) verhängt

Demonstranten und Polizisten nahe des Weißen Hauses

Demonstranten und Polizisten nahe des Weißen Hauses

In der US-Hauptstadt Washington ist angesichts der anhaltenden Proteste nach dem tödlichen Polizeieinsatz gegen einen Afroamerikaner eine Ausgangssperre für die Nacht zum Montag (Ortszeit) verhängt worden. Die Ausgangssperre gilt für den gesamten Hauptstadtbezirk im Zeitraum zwischen 23.00 und 06.00 Uhr (Ortszeit), wie Bürgermeisterin Muriel Bowser über den Kurzbotschaftendienst Twitter mitteilte.

Bowser kündigte außerdem an, dass auf ihre Anordnung hin die Nationalgarde in die Stadt entsandt werde, um die Polizei zu verstärken. Zuvor am Sonntag hatten sich erneut Demonstranten nahe des Weißen Hauses versammelt. Bereits am Vortag hatten Demonstranten stundenlang in Nähe des Amtssitzes von Präsident Donald Trump ihrer Empörung über exzessive Polizeigewalt gegen Afroamerikaner Luft gemacht.

Die landesweiten Proteste waren durch den Tod eines Schwarzen in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota nach seiner brutalen Behandlung durch einen Polizisten ausgelöst worden. Der Beamte hatte minutenlang auf dem Genick des unbewaffneten George Floyd gekniet, obwohl dieser protestiert hatte, dass er nicht atmen könne.

Die Proteste nach dem Vorfall mündeten immer wieder in Gewalt. Es kam zu Brandstiftung und Plünderungen in mehreren Städten. Die Polizei setzte teilweise Schlagstöcke, Tränengas und Gummigeschossen ein. In rund zwei Dutzend Städten wurden Ausgangssperren verhängt.

Der designierte Präsidentschaftskandidat Joe Biden von den oppositionellen Demokraten besuchte nach eigenen Angaben am Sonntag den Ort eines Anti-Rassismus-Protests im Bundesstaat Delaware. Dabei sei es ihm darum gegangen, den Menschen "zuzuhören", schrieb Biden auf Twitter.

Zuvor hatte Biden die Gewalt verurteilt, aber auch das Recht auf Demonstrationen gegen Polizeigewalt unterstrichen. "Gegen solche Brutalität zu protestieren, ist richtig und notwendig", erklärte er. Dies rechtfertige aber keine "unnötige Zerstörung". Trump wiederum warnte, er werde die gewalttätigen Proteste "kalt" stoppen.

dja

AFP

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