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Austrittsbefürworter zelebrieren "Brexodus" aus dem EU-Parlament

Abgeordnete der Brexit-Partei
Abgeordnete der Brexit-Partei
© © 2020 AFP
Die Austrittsbefürworter unter den britischen Europaabgeordneten haben kurz vor dem Brexit ihren Auszug aus dem Europaparlament zelebriert.

Die Austrittsbefürworter unter den britischen Europaabgeordneten haben kurz vor dem Brexit ihren Auszug aus dem Europaparlament zelebriert. Eine Abordnung aus Abgeordneten der Brexit-Partei marschierte mit einer britischen Flagge und einem Dudelsackpfeifer an der Spitze am Freitagvormittag vor das Gebäude in Brüssel, um dann später einen Zug nach London zu besteigen. Auf einem mitgeführten Schild stand in goldenen Lettern "Brexodus Express".

Die scheidende Europaabgeordnete Ann Widdecombe hielt auf den Stufen des Parlaments umringt von Journalisten und Kameras eine kurze Ansprache. Um ihr Gehör zu verschaffen, riefen ihre Kollegen und Unterstützer "Order, Order" - wie es der frühere britische Unterhaussprecher John Bercow in den vergangenen Jahren oft tun musste, um wieder Ordnung in die tumultartigen Brexit-Debatten in London zu bringen.

Mit dem Brexit um Mitternacht bekomme Großbritannien seine Unabhängigkeit zurück und könne seine Grenzen kontrollieren, sagte Widdecombe. Ihr Land könne nun "vorwärts gehen" und eigenständig sein. "Unsere Pflicht ist erfüllt!", rief die 72-Jährige, die erst seit der Wahl im Mai 2019 im EU-Parlament saß, unter "Yeah"-Rufen ihrer Mitstreiter.

Er sei "begeistert", dass der Brexit nun stattfinde und er nach London zurück könne, "um unsere Souveränität zurückzubringen", sagte der Abgeordnete Rupert Lowe. Die Briten hätten schließlich zwei Mal für den Brexit gestimmt: Bei dem Referendum von 2016 und bei der Unterhauswahl im Dezember, die Premier Boris Johnson mit seinem Motto "Get Brexit done" haushoch gewonnen habe. "Wenn Sie also an Demokratie glauben, sollten Sie unserer Führung folgen."

Der Vorsitzende der erst vor einem Jahr gegründeten Brexit-Partei, Nigel Farage, nahm an der Prozession nicht mehr teil. Er hatte Brüssel bereits am Mittwoch nach dem Votum des Europaparlaments für den Austrittsvertrag verlassen. In einer Pressekonferenz hatte er weitere EU-Austritte etwa von Dänemark, Polen oder Italien vorhergesagt. Persönlich will er weiter dafür kämpfen, dass die EU "abgerissen wird". Denn die sei ein "anti-demokratisches" und "sehr gefährliches Projekt".

AFP

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