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Autonomielager beansprucht Sieg bei Referenden in Venetien und Lombardei

Bei den Referenden für eine größere Autonomie der beiden wohlhabenden norditalienischen Regionen Venetien und Lombardei haben die Befürworter nach eigenen Angaben einen deutlichen Sieg davongetragen.

Venetien und Lombardei wollen mehr Autonomie

Venetien und Lombardei wollen mehr Autonomie

Bei den Referenden für eine größere Autonomie der beiden wohlhabenden norditalienischen Regionen und Lombardei haben die Befürworter nach eigenen Angaben einen deutlichen Sieg davongetragen. Ersten Teilergebnissen zufolge stimmten mehr als 90 Prozent der Wähler in beiden Regionen für mehr Autonomierechte gegenüber Rom. Die Wahlbeteiligung in der Lombardei lag demnach bei 40 Prozent. In Venetien lag sie bei 60 Prozent und damit über dem Quorum von 50 Prozent.

Venetiens Regionalpräsident Luca Zaia, der ebenso wie sein Kollege in der , Roberto Maroni, treibende Kraft hinter den Referenden war, sprach von einem "schönen Ergebnis". Nach seinen Angaben sorgten Hackerangriffe allerdings für Probleme bei der Übermittlung der Ergebnisse. Die Zahlen müssten nun in den einzelnen Gemeinden telefonisch abgefragt werden, sagte Zaia. Deshalb glaube er, dass die endgültigen Ergebnisse erst "in einigen Stunden" vorliegen werden.

Die Lombardei und Venetien sind eine starke wirtschaftliche Kraft im Land, rund 30 Prozent steuern sie zum Bruttoinlandsprodukt Italiens bei. Die Lombardei entrichtete im vergangenen Jahr 54 Milliarden Euro mehr an Steuern an , als sie in Form von öffentlichen Ausgaben wieder zurückbekam, bei Venetien lag der Netto-Beitrag bei 15,5 Milliarden Euro.

Beide Regionalpräsidenten, die der rechtspopulistischen angehören, wollen nun ihre Abgaben an Rom um die Hälfte kürzen. Zudem wollen sie größere Befugnisse in Fragen der Infrastruktur, Umwelt, Gesundheit und Bildung fordern. Schließlich verlangen sie größere Autonomie bei Sicherheitsfragen und Immigration - dafür wären allerdings Verfassungsänderungen notwendig.

Die beiden Referenden fanden im Schatten des Konflikts um die Unabhängigkeitsforderungen Kataloniens statt. Im Gegensatz zum Referendum in Katalonien waren die Abstimmungen in Italien aber legal, zudem ging es nur um größere Autonomierechte und nicht um eine Abspaltung der Regionen. Unterstützt wurden die vor allem von der Lega Nord. Mehrere linksgerichtete Organisationen, darunter die Kommunistische Partei Italiens, riefen dazu auf, nicht an den Referenden teilzunehmen. Sie bezeichneten sie als "Farce".

AFP

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