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Bahn hält an bisheriger Pünktlichkeitsstatistik fest

Die Deutsche Bahn hält an ihrer bisherigen Pünktlichkeitsstatistik fest.

ICE am Berliner Hauptbahnhof

ICE am Berliner Hauptbahnhof

Die Deutsche Bahn hält an ihrer bisherigen Pünktlichkeitsstatistik fest. Der Konzern wies am Montag Berichte vom Wochenende über ein neues Pünktlichkeitssystem bei der Bahn zurück, wonach ein ICE künftig auch mit 15 Minuten Verspätung noch als pünktlich gelten solle. Dabei handle es sich vielmehr um eine "mögliche Ergänzung" der Statistik durch einen zusätzlichen Wert.

Die Bahn werte Züge weiterhin nach sechs Minuten als verspätet, teilte das Unternehmen mit. Die 15-Minuten-Grenze werde möglicherweise für den neu geschaffenen Wert der Reisendenpünktlichkeit gelten. Dieser soll ausweisen, ob und wieviel verspätet der einzelne Fahrgast am Endbahnhof seiner Reise ankommt. "Im Gegensatz zur zugbezogenen Pünktlichkeit werden hier auch Zugausfälle, Ersatzzüge und nachträgliche Fahrplanänderungen mit einbezogen", hieß es. Auch gewichte der zusätzliche Wert die Pünktlichkeit von hochfrequentierten Zügen höher.

Zuletzt fuhren die Züge nach Angaben der Bahn indes wieder pünktlicher. Sowohl im Nah- als auch im Fernverkehr seien die Züge im Februar pünktlicher gewesen als im Vormonat. Demnach lag im Fernverkehr die Pünktlichkeit wieder bei über 80 Prozent nach 76,3 Prozent im Januar. Im Nahverkehr waren es 95,3 Prozent nach 94,6 Prozent im Vormonat.

Bahnchef Richard Lutz räumte indes strukturelle Probleme im Konzern ein und forderte mehr Geld von der Bundesregierung ein. Fehlende Gleise und eine Infrastruktur "im Rentenalter" seien die Hauptprobleme der Bahn, sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Bislang bekommt der Konzern für Ersatzinvestitionen in Gleise, Brücken und Tunnel jährlich vier Milliarden Euro aus der Staatskasse.

Die Bahn erhofft sich dem Vernehmen nach einen Aufschlag von mindestens einer Milliarde Euro pro Jahr. "Eine bessere Bahn gibt es nicht zum Nulltarif", sagte Lutz.

Indes fielen wegen des Sturmtiefs "Eberhard" am Wochenende zahlreiche Züge aus, zu Wochenbeginn mussten Fahrgäste weiterhin mit Behinderungen rechnen. Ein Bahn-Sprecher wollte sich auf Anfrage noch nicht darauf festlegen, wie die Wetterlage die Pünktlichkeitsstatistik für den März beeinflussen könnte. Die Folgen würden in den kommenden Tagen ausgewertet, hieß es.

AFP
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