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Bauernverband korrigiert Ernteerwartung wegen Dürre noch deutlich nach unten

Angesichts der anhaltenden Hitze und Trockenheit hat der Deutsche Bauernverband (DBV) seine Ernteprognose weiter nach unten korrigiert.

Dürreschäden in NRW

Dürreschäden in NRW

Angesichts der anhaltenden Hitze und Trockenheit hat der Deutsche Bauernverband (DBV) seine Ernteprognose weiter nach unten korrigiert. Statt zuletzt geschätzter 41 Millionen Tonnen Getreide werde nur noch mit einer Erntemenge von rund 36 Millionen Tonnen gerechnet, teilte der DBV am Mittwoch mit. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) legte sich weiterhin nicht auf vom DBV geforderte Soforthilfen des Bundes fest.

Die inzwischen weit fortgeschrittene Getreide- und Rapsernte zeigt nach Angaben von DBV-Präsident Joachim Rukwied das "katastrophale Ausmaß der Dürreschäden". Bei Winterweizen, der wichtigsten in Deutschland angebauten Getreideart, werde der Ertrag diesmal 20 Prozent unterhalb des Vorjahresertrags liegen, teilte er unter Berufung auf Berichte der DBV-Landesverbände mit. Bei Winterroggen werde bundesweit ein Minus von 28 Prozent und bei Winterraps von 21 Prozent erwartet.

Rukwied forderte die Länder zum zügigen Handeln auf, der Bund müsse dann folgen. Die "eindeutigen" Zahlen ließen bereits jetzt eine "grundsätzliche Entscheidung über Dürrehilfen" zu.

Klöckner sieht dabei vorerst die Länder in der Pflicht. Deren Hilfsprogramme seien in jedem Fall die Voraussetzung dafür, dass der Bund solche Programme wenn nötig aufstocken könne, sagte die Ministerin in Berlin. Sie informierte am Morgen das Bundeskabinett über die sich abzeichnenden Schäden wegen der anhaltenden Hitze und Trockenheit.

Mit Blick auf mögliche Hilfen unterschied Klöckner zwischen innehaltenden Betrieben, wo schnell Maßnahmen gegen den Futtermangel erforderlich seien und dem Ackerbau, wo exakte Erntedaten erst Ende August vorliegen dürften. Mit Blick auf die Viehhalter habe sie ihre Länderkollegen aufgefordert, "relativ schnell ihre Programme uns zu nennen", für die dann auch der Bund einen Beitrag leisten könnte.

Klöckner wandte sich zudem an EU-Landwirtschaftskommissar Phil Hogan, um flexible Regelungen zur Nutzung des Auswuchses auf ökologischen Vorrangflächen als Futtermittel zu erreichen. Auf nationaler Ebene leitete die Ministerin dafür die Ressortabstimmung über eine entsprechende Verordnung ein. Sie verwies zudem auf die Möglichkeit, verstärkt importiertes Soja zu verfüttern, vorübergehend im Rahmen von Ausnahmeregelungen auch durch Ökobetriebe.

Weitergehende Entscheidungen des Bundes über das weitere Vorgehen kündigte Klöckner für die Kabinettssitzung am 22. August an. Auch dann werde es aber wohl noch keinen Beschluss zu konkreten Finanzhilfen geben. Klöckner vermied es, sich zu der Forderung des Bauernverbands nach Hilfen von einer Milliarde Euro zu äußern. Sie erinnerte allerdings an eine ähnliche Situation im Hitzesommer 2003. Damals hätten Bund und Länder jeweils knapp unter 40 Millionen Euro gezahlt.

Die Ministerin bekräftigte auch, dass vor einer Entscheidung über Finanzhilfen der Bundesregierung zunächst weitere Daten zur Ernteentwicklung vorliegen müssten. Dies dürfte erst Ende August der Fall sein. Voraussetzung für ein Eingreifen des Bundes sei ein Schadensereignis "von nationalem Ausmaß". Tatsächlich sei die Lage regional aber sehr unterschiedlich.

"Die langanhaltende Trockenheit ist nur ein Vorgeschmack auf zukünftige Auswirkungen des Klimawandels in Deutschland", erklärte Greenpeace-Agrarexperte Martin Hofstetter. Notwendig seien daher vor allem mehr Anstrengungen beim Klimaschutz. Die CSU-Agrarexpertin Marlene Mortler forderte den Ausbau einer finanziellen Risikovorsorge für Landwirte.

AFP

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