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Bauernverband verurteilt "Werbung mit Dauerniedrigpreisen"

Vor dem Spitzentreffen im Bundeskanzleramt zur Preispolitik im Lebensmitteleinzelhandel fordern die Landwirte den Handel zu einem Kurswechsel auf.

Kuh und Kalb im Stall

Kuh und Kalb im Stall

Vor dem Spitzentreffen im Bundeskanzleramt zur Preispolitik im Lebensmitteleinzelhandel fordern die Landwirte den Handel zu einem Kurswechsel auf. "Lebensmittel dürfen nicht zu Schnäppchenpreisen verramscht werden", erklärte der Präsident des Deutschen Bauernverbands, Joachim Rukwied, am Montag. "Unsere Mittel zum Leben sind mehr wert."

Der Handel müsse seinen Teil dazu beitragen, dem Verbraucher zu verdeutlichen, "dass höhere Standards im Stall oder auf dem Feld einen höheren Preis erfordern", mahnte Rukwied. "Dieser muss dann auch bei den Erzeugern ankommen. Werbung mit Dauerniedrigpreisen bewirkt das Gegenteil."

Der Einzelhandel wehrt sich gegen die Vorwürfe. "Die Preise werden absolut nicht gedrückt", sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland, Stefan Genth im Bayerischen Rundfunk. "Wir haben hier eine Situation, die volatil ist zwischen Angebot und Nachfrage."

Genth verwies auf Situationen, in denen etwa der Export von Milch "aufgrund irgendwelcher weltweiter Krisen" stocke. "Dann geht der Milchpreis beispielsweise in den Keller, weil einfach zuviel Menge am Markt verfügbar ist."

Insgesamt liege Deutschland bei den Lebensmittelpreisen rund zwei Prozent über dem Schnitt der EU-Staaten, sagte Genth weiter. Es gebe hierzulande auch Verbraucher, die "gar nicht in der Lage wären, doppelte Lebensmittelpreise zu bezahlen".

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) empfängt am Vormittag Vertreter der Lebensmittelindustrie und des Einzelhandels im Kanzleramt. Nach Angaben der Bundesregierung soll es dabei um die Frage gehen, wie sich für gute Lebensmittel auch angemessene Preise erzielen lassen.

AFP

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