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Bayer-Chef verteidigt Monsanto-Übernahme

Begleitet von Protesten von Umweltschützern hat am Freitag die Hauptversammlung des Chemiekonzerns Bayer in Bonn begonnen.

Ein Demonstrant in Bonn streut tote Bienen

Ein Demonstrant in Bonn streut tote Bienen

Begleitet von Protesten von Umweltschützern hat am Freitag die Hauptversammlung des Chemiekonzerns Bayer in Bonn begonnen. Bei dem Aktionärstreffen stehen die Folgen der Übernahme des US-Agrarkonzerns und Glyphosatherstellers Monsanto im Mittelpunkt. "Die Klagen und die ersten Urteile zu Glyphosat lasten schwer auf unserem Unternehmen und verunsichern viele Menschen", sagte Bayer-Chef Werner Baumann zum Auftakt. "Da gibt es nichts zu beschönigen." Er verteidigte die Übernahme dennoch.

Bayer hatte den Kauf im vergangenen Jahr abgeschlossen. In den USA klagen aktuell mehr als 13.000 Krebskranke gegen Monsanto, die ihre Erkrankungen auf den glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup zurückführen. Das Unternehmen wurde in zwei Prozessen zu dutzenden Millionen Euro Schadenersatz verurteilt. Bayer bestreitet die Vorwürfe und ging in Berufung. Der Aktienkurs hat sich seit der Übernahme dennoch halbiert.

Vor dem Kongresszentrum in Bonn versammelten sich rund 500 Demonstranten. Sie streuten in Anspielung auf die umstrittenen Nebenwirkungen von Pestiziden tote Bienen auf dem Weg aus, über den die Aktionäre in die Halle kamen, und nebelten sie mit dem Rauch aus Imker-Smokern ein. Dazu skandierten hunderte Schüler von der Klimaschutzbewegung Fridays for Future: "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut".

Bayer-Chef Baumann verteidigte in seiner Rede vor den Aktionären die Übernahme Monsantos. "Die Sicherheit unserer Kunden, Patienten und Konsumenten steht für uns alle bei Bayer immer und überall an erster Stelle." Der wahre Wert des Unternehmens spiegele sich im aktuellen Kurs nicht wider. Bayer arbeite mit Hochdruck daran, sich in den Berufungsverfahren und den kommenden Gerichtsverhandlungen erfolgreich zu verteidigen.

AFP