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Belarussische Olympionikin hat Nacht unter Schutzvorkehrungen verbracht

Die belarussische Olympionikin Kristina Timanowskaja (l.)
Die belarussische Olympionikin Kristina Timanowskaja (l.)
© © 2021 AFP
Die belarussische Olympionikin Kristina Timanowskaja, die nach eigenen Angaben nach Kritik an Sportfunktionären ihres Landes zur Rückkehr nach Belarus gezwungen werden sollte, hat die Nacht unter

Die belarussische Olympionikin Kristina Timanowskaja, die nach eigenen Angaben nach Kritik an Sportfunktionären ihres Landes zur Rückkehr nach Belarus gezwungen werden sollte, hat die Nacht unter Schutzvorkehrungen verbracht. "Sie hat die Nacht in einem Flughafenhotel in einer sicheren Umgebung verbracht", sagte Mark Adams, Sprecher des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), am Montag. "Sie hat uns versichert, dass sie sich sicher fühlt."

Die 24-jährige Sprinterin habe "den Wunsch geäußert, Asyl zu beantragen", sagte ein Sprecher der japanischen Regierung, ohne Details zu nennen. Laut Medienberichten erwägt die Athletin einen Asylantrag in Europa. IOC-Vertreter würden am Montag "noch einmal mit ihr sprechen, um zu erfahren, was sie tun will, und wir werden sie bei dieser Entscheidung unterstützen", erklärte Adams.

Laut dem IOC-Sprecher ist auch das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR in den Fall miteinbezogen. Das IOC hat zudem vom belarussischen Nationalen Olympischen Komitee (NOK) einen vollständigen schriftlichen Bericht über den Vorfall angefordert.

Die Sprinterin sollte nach eigenen Angaben nach öffentlicher Kritik an belarussischen Sportfunktionären gegen ihren Willen außer Landes gebracht werden. Sie hatte deshalb das IOC um Hilfe gebeten. Das belarussische NOK hatte hingegen erklärt, die 24-Jährige scheide auf ärztliches Anraten wegen ihres "emotionalen und psychologischen Zustands" aus dem Wettbewerb aus. Die Athletin wies dies zurück und erklärte, sie sei noch nicht einmal untersucht worden.

Das IOC hatte im Dezember den belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko und dessen Sohn Viktor von allen Olympiaveranstaltungen ausgeschlossen. Das Komitee reagierte damit auf Beschwerden belarussischer Sportler, die sich wegen ihrer Unterstützung für die Opposition in ihrem Land diskriminiert sehen.

Im März erkannte das IOC zudem die Ernennung von Viktor Lukaschenko zum Vorsitzenden des belarussischen NOK nicht an. Viktor Lukaschenko hatte seinen Vater abgelöst, der seit 1967 an der Spitze des Komitees stand.

AFP

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