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Bergungspanzer sollen Löscharbeiten in Mecklenburg voranbringen

Die Bekämpfung des riesigen Waldbrandes in der Nähe von Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern kommt nur langsam voran.

Rauch über dem Waldbrangebiet

Rauch über dem Waldbrangebiet

Die Bekämpfung des riesigen Waldbrandes in der Nähe von Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern kommt nur langsam voran. Am Dienstag näherten sich zum ersten Mal Bergungspanzer der Bundeswehr dem Feuer auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz, um Wege für die Brandbekämpfung freizumachen. Die Polizei geht derweil neuen Hinweisen nach, dass der größte Waldbrand in der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns durch Brandstiftung entstanden sein könnte.

Zum ersten Mal näherten sich Bergungspanzer der Bundeswehr dem verheerenden Waldbrand bei Lübtheen auf weniger als 1000 Meter. Die Panzer räumten zugewachsene Wege, die die Bundeswehr auf dem Gelände bis 2008 genutzt hatte, wie der Kommandeur des Landeskommandos Mecklenburg-Vorpommern, Brigadegeneral Gerd Josef Kropf, am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP sagte. Die Wege seien für die Panzerbesatzung sicher, soweit sie "unter Luke" fahren.

Wegen des mit Alt-Munition und Blindgängern belasteten Bodens können sich die Feuerwehren zu ihrem eigenen Schutz den Brandherden nur auf 1000 Meter nähern. Immer wieder kommt es im Brandgebiet zu Detonationen.

Die Räumung der Wege soll es den Brandbekämpfern ermöglichen zu entscheiden, wo Schneisen in den Wald geschlagen werden, um den Brand aktiv zu bekämpfen. Insgesamt sind zehn Bergungspanzer im Einsatz. Ziel sei es, "dass wir so schnell wie möglich löschen, löschen, löschen", sagte der Landrat von Ludwigslust-Parchim, Stefan Sternberg, am Mittag.

Inzwischen hat die Polizei weitere Hinweise, dass der Waldbrand die Folge von Brandstiftung ist. Mehr als zwanzig Videos und Fotos seien bei den Ermittlern eingegangen, sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Rostock. Erste Hinweise auf mehrere Brandherde waren am Samstagnachmittag eingegangen - Feuerwehrleute hätten schnell vermutet, dass die Brände nicht durch Zufall entstanden seien.

Das Feuer auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Lübtheen hatte sich im Laufe des Montags und der Nacht von 430 auf 600 Hektar ausgebreitet. Vor allem nach Süden und Südwesten bewege es sich je nach Windrichtung "wie eine Feuerwalze", sagte Landrat Sternberg.

Am Montagabend wurde eine vierte Ortschaft evakuiert - 117 Menschen mussten das Dorf Volzrade verlassen. Die Bewohner dürfen zweimal täglich in Begleitung von Polizisten ihre zurückgelassenen Tiere versorgen. Die Polizei schützt ansonsten die evakuierten Ortschaften.

Derzeit sind 2000 Einsatzkräfte aus Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein im Vier-Schicht-System im Einsatz. Unterstützt werden sie von bis zu acht Löschhubschraubern und zwölf Wasserwerfern. Ein Löschflugzeug hatte die Einsatzleitung abgelehnt, da dann die Hubschrauber hätten am Boden bleiben müssen.

Landrat Sternberg dankte zahlreichen Lebensmittel-Unternehmen aus der Region, die mit Spenden die Einsatzkräfte unterstützten. Besonders der örtliche Bäcker in Lübtheen "backt rund um die Uhr". Sternberg räumte ein, dass die Landschaft nach dem Brand eine andere sein werde. Aber "was jetzt abbrennt, kann in nächster Zeit nicht mehr brennen". Für den späten Nachmittag wurde Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) in Lübtheen erwartet.

AFP