HOME

Bericht: Bayer schlägt Monsanto-Klägern in USA Milliarden-Vergleich vor

In der juristischen Auseinandersetzung um gesundheitliche Gefahren durch das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat in den USA schlägt der Chemiekonzern Bayer laut einem Bericht der Nachrichtenagentur

Unkrautvernichter Roundup

Unkrautvernichter Roundup

In der juristischen Auseinandersetzung um gesundheitliche Gefahren durch das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat in den USA schlägt der Chemiekonzern Bayer laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg einen Vergleich in Höhe von bis zu acht Milliarden Dollar vor. Bayer sei bereit, insgesamt sechs bis acht Milliarden Dollar (7,14 Milliarden Euro) zu zahlen, wenn im Gegenzug die Klagen gegen die US-Tochter Monsanto fallen gelassen werden, berichtete Bloomberg unter Berufung auf Verhandlungskreise. Klägeranwälte fordern demnach mehr als zehn Milliarden Dollar.

Bayer wollte den Bericht am Freitag nicht kommentieren. Der Konzern gebe zu Gerüchten grundsätzlich keine Stellung ab, sagte ein Sprecher. Er verwies auf die Angaben des Konzerns bei der Vorstellung der Quartalszahlen Ende Juli. Bayer hatte betont, das Unternehmen werde sich "konstruktiv" in den Mediationsprozess einbringen, der von einem Bundesrichter in Kalifornien angeordnet worden war.

Die Anwälte von Bayer und die Anwälte von Klägern verhandelten derzeit in New York, berichtete Bloomberg unter Berufung auf die Verhandlungskreise. Ziel sei ein Abkommen über aktuelle und auch künftige Klagen gegen das Glyphosat-Mittel Roundup von Monsanto.

Bayer hatte Monsanto im vergangenen Jahr für 63 Milliarden Dollar (rund 56,5 Milliarden Euro) übernommen. Seitdem steht Bayer unter Druck, denn Monsanto steht im Zentrum zahlreicher Gerichtsverfahren in den USA, in denen die Kläger diese Mittel für ihre Krebserkrankungen verantwortlich machen. Die Zahl der Klagen belief sich nach Unternehmensangaben Mitte Juli auf rund 18.400.

Drei Mal wurde Monsanto in den USA schon verurteilt. Die zunächst verhängten Strafen und Schadenersatzzahlungen wurden später zwar jeweils deutlich gesenkt, Anträge auf ein neues Verfahren wies die Justiz aber zurück. Bayer betonte Ende Juli erneut, der Konzern sei davon überzeugt, gute Argumente zur Verteidigung gegen die erhobenen Ansprüche zu haben und werde sich in all diesen Verfahren "entschieden zur Wehr setzen".

Der Aktienkurs von Bayer stieg am Freitag an der Börse in Frankfurt am Main kräftig. Bis zum späten Vormittag legte er um 7,8 Prozent auf knapp unter 68 Euro zu.

AFP