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Bericht: Deutschland wehrt sich gegen US-Zugriff auf Tübinger Coronaimpfstoff-Firma

Testlabor in Seoul
Testlabor in Seoul
© © 2020 AFP
Zwischen den USA und Deutschland gibt es wegen der Coronakrise einem Medienbericht zufolge eine indirekte, aber handfeste wirtschaftspolitische Auseinandersetzung.

Zwischen den USA und Deutschland gibt es wegen der Coronakrise einem Medienbericht zufolge eine indirekte, aber handfeste wirtschaftspolitische Auseinandersetzung. Wie die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf Regierungskreise berichtete, versucht US-Präsident Donald Trump, deutsche Wissenschaftler, die an einem potenziellen Coronaimpfstoff arbeiten, mit hohen finanziellen Zuwendungen in die USA zu locken beziehungsweise das Medikament exklusiv für sein Land zu sichern.

Der US-Präsident biete der Firma angeblich einen hohen Betrag, um sich deren Arbeit exklusiv zu sichern, berichtete die Zeitung. Trump tue alles, um einen Impfstoff für die USA zu bekommen. "Aber eben nur für die USA", hieß es demnach in der Bundesregierung.

In der Auseinandersetzung zwischen den beiden Staaten geht es nach Informationen der "Welt am Sonntag" um die in Tübingen ansässige Firma CureVac, die gemeinsam mit dem bundeseigenen Paul-Ehrlich-Institut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel an der Herstellung eines Impfstoffs gegen das Virus arbeitet. Vertreter der Bundesregierung verhandeln dem Bericht zufolge nun mit CureVac.

"Die Bundesregierung ist sehr daran interessiert, dass Impf- und Wirkstoffe gegen das neuartige Coronavirus auch in Deutschland und in Europa entwickelt werden", bestätigte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums der Zeitung. "Diesbezüglich ist die Regierung in intensivem Austausch mit der Firma CureVac."

Deutschland versuche das Unternehmen mit finanziellen Angeboten zu halten, berichtete das Blatt unter Berufung auf die Regierungskreise. Das Unternehmen wollte sich nach Angaben der "Welt am Sonntag" nicht dazu äußern.

Aus der SPD kam harsche Kritik an dem mutmaßlichen Vorgang. Es handele sich "um eine ethische, nicht wirtschaftliche oder gar nationale Frage", erklärte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Bärbel Bas am Sonntag in Berlin. Wenn es einen Impfstoff gebe, müsse er allen zur Verfügung stehen. "Alles andere wäre ein Skandal. Bei einer Pandemie geht es um alle Menschen und nicht um 'America first'."

AFP

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