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Berlin hofft auf Pandanachwuchs

Der Berliner Zoo hofft auf Pandanachwuchs.

Pandamännchen Jiao Qing im Berliner Zoo

Pandamännchen Jiao Qing im Berliner Zoo

Der Berliner Zoo hofft auf Pandanachwuchs. Das Weibchen Meng Meng und das Männchen Jiao Qing, die vor gut anderthalb Jahren aus China nach Deutschland kamen, sind am Freitag erstmals direkt aufeinandergetroffen, wie der Zoo mitteilte. Die beiden hätten sich "äußerst harmonisch" gezeigt, paarten sich allerdings noch nicht. Sollte es auf natürlichem Wege nicht klappen, soll es eine künstliche Befruchtung geben. Theoretisch wäre dann im Juli oder August Nachwuchs zu erwarten.

Pandas sind speziell - nicht nur was ihre Nahrung Bambus betrifft, sondern auch bei der Fortpflanzung. Pandaweibchen können nur einmal im Jahr, in einem Zeitraum von 24 bis 72 Stunden, befruchtet werden.

Seit Februar beobachteten die Tierpfleger die beiden Pandas daher besonders aufmerksam und nahmen von der fünfjährigen Meng Meng (Träumchen) täglich Urinproben. "Seit einigen Tagen zeigen unsere beiden Pandas deutliches Interesse aneinander, wobei sie sich sonst doch gegenseitig eher egal sind", erklärte Zoo- und Tierparkdirektor Andreas Knieriem. Mit "fast quietschenden Lauten" buhle das Weibchen um die Aufmerksamkeit des achtjährigen Jiao Qing. Auch die für die Befruchtung entscheidenden Hormonwerte veränderten sich demnach seit kurzem.

Seitdem sich die Zeichen für eine baldige Paarungsbereitschaft verdichteten, legte das Pandateam rund um Revierleiter Norbert Zahmel Nachtschichten ein. Am vergangenen Montag beschnupperten sich die Pandas erstmals hinter den Kulissen, bevor sie nun direkt aufeinander trafen.

Das 110 Kilogramm schwere Männchen Jiao Qing (Schätzchen) zeigte sich während der ersten beiden Stelldicheins am Freitag allerdings unbeeindruckt von der Pandadame. Sollte die natürliche Paarung nicht funktionieren, will der Zoo gemeinsam mit eigens eingeflogenen chinesischen Kollegen sowie Experten des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung eine künstliche Befruchtung vornehmen. Dafür müssen die beiden Pandas kurz in Narkose gelegt werden. Eine natürlichen Paarung ist demnach für Pandas in menschlicher Obhut eine absolute Seltenheit.

Sollte es klappen, könnte es im Berliner Zoo in drei bis sechs Monaten Nachwuchs geben. Die große Spanne erklärt sich durch die unterschiedlich lang dauernde Keimruhe, in der sich die befruchtete Eizelle nicht weiterentwickelt. Die anschließende Entwicklungszeit liegt dann bei 45 bis 60 Tagen.

Im Durchschnitt bringen Große Pandas nach einer Tragzeit von insgesamt 155 Tagen ein bis zwei Jungtiere zur Welt. Ob die Paarung erfolgreich war und Meng Meng wirklich trächtig ist, kann jedoch frühestens vier Wochen vor Geburt festgestellt werden. Es wäre deutschlandweit der erste Pandanachwuchs.

Meng Meng und Jiao Qing waren im Sommer 2017 aus China nach Berlin gekommen - als vorerst auf 15 Jahre befristete Leihgabe. Sie bewohnen ein eigens errichtetes Gehege namens Panda Garden. Zur offiziellen Übergabe des Pandapaars waren damals Chinas Präsident Xi Jinping und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gekommen.

Von 1980 bis zum Sommer 2012 lebten im Berliner Zoo schon einmal drei Große Pandas. Das bei den Zoobesuchern beliebte Männchen Bao Bao starb vor rund sieben Jahren im hohen Alter von 34 Jahren. Paarungsversuche mit den früher verstorbenen Weibchen Tjen Tjen und Yan Yan blieben erfolglos.

AFP

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