HOME

Betreiber beziffern Kosten für Stromnetzausbau bis 2030 auf 52 Milliarden Euro

Die vier deutschen Betreiber der Stromübertragungsnetze - 50Hertz, Amprion, Tennet und TransnetBW - haben am Montag ihren neuen Entwurf für den Ausbau der Stromnetze bis 2030 vorgelegt.

Strommasten in Nordrhein-Westfalen

Strommasten in Nordrhein-Westfalen

Die vier deutschen Betreiber der Stromübertragungsnetze - 50Hertz, Amprion, Tennet und TransnetBW - haben am Montag ihren neuen Entwurf für den Ausbau der Stromnetze bis 2030 vorgelegt. Darin beziffern sie die Kosten des für die Energiewende nötigen Ausbaus bis zum Jahr 2030 auf rund 52 Milliarden Euro. Außerdem schlagen sie in ihrem Netzentwicklungsplan den Bau weiterer Höchstspannungstrassen vor.

Mit dem zusätzlichen Netzausbau soll der Anteil erneuerbarer Energien am deutschen Stromverbrauch bis 2030 auf 65 Prozent gesteigert werden. In ihrem Entwurf des Netzentwicklungsplans beschreiben die Übertragungsnetzbetreiber den notwendigen Ausbaubedarf in verschiedenen Szenarien - in allen davon ist eine Abschaltung von Kohlekraftwerken unterstellt, die in etwa den Empfehlungen der Kohlekommission entspricht.

Im nächsten Schritt kann nun die Öffentlichkeit Stellung zu dem Entwurf nehmen. Die Frist dafür endet am 4. März 2019. Die Stellungnahmen fließen dann in den zweiten Entwurf des Plans ein, der dann der Bundesnetzagentur zur Prüfung übergeben wird.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) begrüßte, dass mit dem Entwurf nun Klarheit über den erforderlichen Umbau der Stromnetze auch nach einem Kohleausstieg bestehe. "Bundesregierung, Länder und Übertragungsnetzbetreiber müssen jetzt alle Kräfte bündeln, um den Netzausbau zu beschleunigen", forderte Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner.

Unternehmerverbände warnten indes vor steigenden Kosten für Verbraucher. "Das trifft die energieintensive Industrie und generell alle Verbraucher, denn sie zahlen das über ihre Stromrechnung", erklärte der Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen, Volker Müller. Es werde höchste Zeit, "dass alle Beteiligten das Thema Energie übergreifend diskutieren".

AFP