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Bewegung in Länder-Tarifrunde für den öffentlichen Dienst

In die dritte Tarifrunde für die gut 800.000 Angestellten der Länder ist am Freitag Bewegung gekommen.

Verdi-Chef Bsirske begrüßt demonstrierende Gewerkschafter

Verdi-Chef Bsirske begrüßt demonstrierende Gewerkschafter

In die dritte Tarifrunde für die gut 800.000 Angestellten der Länder ist am Freitag Bewegung gekommen. Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) kündigte in Potsdam als Verhandlungsführer der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) an, am Abend möglicherweise ein erstes Gesamtpaket vorzulegen. Voraussetzung sei aber, dass bis dahin wichtige Einzelfragen geklärt werden.

Verdi und Beamtenbund fordern sechs Prozent, monatlich jedoch mindestens 200 Euro mehr für die vom Tarifvertrag betroffenen Angestellten der Länder außer Hessen. Die TdL beziffert die Gesamtforderung der Gewerkschaften nach linearer Entgelterhöhung und höherer Tabellen-Einstufung bestimmter Berufsgruppe auf insgesamt zehn Prozent. Jeder Prozentpunkt kostet die Länder demnach gut eine Milliarde Euro.

Die zentralen Knackpunkte seien noch völlig ungeklärt, erst zehn Prozent des Wegs zu einem Tarifabschluss seien zurückgelegt, sagte Verdi-Bundeschef Frank Bsirske. Entweder gelinge es, die Knackpunkte spätestens am Samstag vom Tisch zu bekommen, "oder wir kriegen diese Verhandlungen nicht zu einem vernünftigen Ende", so Bsirske. "Das ist wirklich noch offen."

Im Laufe des ersten Verhandlungstags der dritten Runde hatten Arbeitgeber und Gewerkschaften am Donnerstag hinter verschlossenen Türen den finanziellen Gegenwert ihrer zahlreichen Einzelforderungen beziffert. Nunmehr solle in intensiven Gesprächen eine Annäherung in komplizierten Einzelfragen sondiert werden, sagte der Beamtenbund-Bundesvorsitzende Ulrich Silberbach am Rande der Verhandlungen am Freitag. Die Verhandlungen seien "noch nicht über den Berg".

Silberbach betonte, es gebe einerseits Aufholbedarf der Länder-Angestellten gegenüber ihren Kollegen in Bund und Kommunen, für die 2018 ein stufenweiser Gehaltsaufschlag von 7,5 Prozent vereinbart worden war. Andererseits stünden die Länder als Arbeitgeber im Wettbewerb zur Lohnentwicklung in der Wirtschaft und müssten bei Neueinstellungen bessere Konditionen als bisher anbieten.

Zu den Knackpunkten gehört die Forderung der TdL, die aus einer besseren Eingruppierung einiger Berufsgruppen entstehenden Mehrkosten durch Einsparungen bei den übrigen Angestellten zu kompensieren. Weitere Knackpunkte sind die angestrebte bessere Bezahlung bei der unter Personalmangel leidenden Krankenpflege sowie die lineare Anhebung der Löhne.

AFP

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