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Boeing muss seine 737 MAX wohl länger als geplant am Boden lassen

Nach den zwei Abstürzen in Indonesien und Äthiopien wird Boeing seine Maschinen vom Typ 737 MAX wohl länger als geplant am Boden lassen müssen.

Stillgelegte Boeing-Maschinen auf einem Flughafen in Kalifornien

Stillgelegte Boeing-Maschinen auf einem Flughafen in Kalifornien

Nach den zwei Abstürzen in Indonesien und Äthiopien wird Boeing seine Maschinen vom Typ 737 MAX wohl länger als geplant am Boden lassen müssen. Die US-Luftfahrtbehörde FAA forderte Nachbesserungen am Softwareupdate für die Maschinen. Auch mit der 787-10 Dreamliner gibt es Probleme: Singapore Airlines legte zwei Maschinen wegen eines Triebwerksproblems vorerst still.

"Die FAA wird die Software nicht für eine Installation zulassen, bevor die Behörde mit der Vorlage zufrieden ist", betonte sie am Montag. Es sei noch "zusätzliche Arbeit" nötig. Die Behörde erwarte, das endgültige Softwarepaket "in den kommenden Wochen" vorgelegt zu bekommen. Die FAA war wegen Vorwürfen einer zu großen Nähe zu Boeing in die Kritik geraten.

Nach Abstürzen der beiden Maschinen vom Typ 737 MAX 8 binnen fünf Monaten dürfen sämtliche Flugzeuge dieses Typs weltweit nicht mehr abheben. Am 10. März war eine 737 MAX 8 der Ethiopian Airlines kurz nach dem Start in Addis Abeba abgestürzt, alle 157 Menschen an Bord kamen ums Leben. Im Oktober verunglückte eine Lion-Air-Maschine des gleichen Typs vor der indonesischen Insel Java, alle 189 Insassen starben.

Die Abstürze wiesen Ähnlichkeiten auf. In den Fokus der Behörden ist die eigens für die Boeing 737 MAX entwickelte Steuerungsautomatik MCAS (Maneuvering Characteristics Augmentation System) geraten, die einen Strömungsabriss verhindern soll. Das System drückt die Flugzeugnase nach unten, wenn es von einem Strömungsabriss ausgeht.

Im Fall der in Indonesien verunglückten Maschine hatte ein Sensor dem System offenbar einen falschen Steigungswinkel gemeldet. Während das MCAS die Flugzeugnase daraufhin nach unten drückte, versuchten die Piloten verzweifelt, die Maschine nach oben zu ziehen.

Vergangene Woche stellte Boeing Änderungen an der Steuerungssoftware vor. So soll das MCAS nicht wiederholt Korrekturen vornehmen, wenn die Piloten versuchen, die Kontrolle über die Maschine zurückzugewinnen. Außerdem soll sich das System automatisch abschalten, wenn die beiden Sensoren, die den sogenannten Anstellwinkel messen, widersprüchliche Daten liefern.

Boeing hofft auf eine rasche Zulassung des Softwareupdates, damit die 737 MAX wieder starten können.

Singapore Airlines teilte am Dienstag mit, der Triebwerksdefekt sei bei Inspektionen entdeckt worden. Bei den Motoren des Herstellers Rolls-Royce seien Abnutzungen an einigen Schaufeln gefunden worden. Die Triebwerke sollen nun ausgetauscht werden.

Singapore Airlines war der erste Kunde, der die neue Boeing 787-10 Dreamliner mit 330 Plätzen kaufte. Den Betrieb des Modells nahm die Airline im vergangenen Jahr auf. In ihrer Flotte hat sie derzeit neun Maschinen des Typs.

AFP