HOME

Boeing schließt Software-Update für Baureihe 737 MAX ab

Boeing hofft auf die baldige Wiederzulassung seiner Unglücksmaschine 737 MAX: Das Software-Update für die Maschinen sei abgeschlossen, teilte der US-Flugzeugbauer mit.

Arbeit an einer 737 MAX im Boeing-Werk in Renton

Arbeit an einer 737 MAX im Boeing-Werk in Renton

Boeing hofft auf die baldige Wiederzulassung seiner Unglücksmaschine 737 MAX: Das Software-Update für die Maschinen sei abgeschlossen, teilte der US-Flugzeugbauer mit. Am Donnerstag kommender Woche ist ein internationales Treffen von Luftfahrtbehörden in Texas anberaumt, um den Prüfungsprozess für die 737 MAX abzusprechen. Einige Fluggesellschaften wollen bereits im August wieder mit der Maschine fliegen. Die Aktie von Boeing stieg um 2,4 Prozent.

"Wir haben alle technischen Testflüge für das Software-Update absolviert", erklärte Boeing-Chef Dennis Muilenburg am Donnerstag. Das Unternehmen bereite sich nun auf den "letzten Zulassungsflug" vor. Insgesamt seien 207 Flüge mit einer Gesamtdauer von 360 Stunden mit dem aktualisierten Stabilisierungssystem MCAS geflogen worden.

Nach zwei Abstürzen von Maschinen des Typs 737 MAX binnen weniger als fünf Monaten war im März ein weltweites Flugverbot für die Flugzeuge verhängt worden. Zunächst stürzte im Oktober 2018 eine solche Boeing vor der indonesischen Insel Java ab, alle 189 Insassen starben. Anfang März verunglückte dann eine Maschine der Fluggesellschaft Ethiopian Airlines in Äthiopien. Alle 157 Menschen an Bord kamen ums Leben.

In beiden Fällen steht das speziell für die Boeing 737 MAX entwickelte Stabilisierungssystem MCAS (Maneuvering Characteristics Augmentation System) im Verdacht, eine verheerende Rolle gespielt zu haben. Es drückt bei einem drohenden Strömungsabriss die Nase des Flugzeugs automatisch nach unten, auch wenn die Piloten gegensteuern.

Muilenburg betonte erneut, Sicherheit sei die oberste Priorität. "Wir wissen, dass Leben von dem abhängen, was wir tun."

Ein Unternehmenssprecher sagte AFP, es dauere zwei Stunden, um die Software zu aktualisieren. Auch die notwendige Schulung der Piloten sei fertig, sowohl für den Flugsimulator als auch für das iPad. Die Anforderungen an die Schulung sind unterschiedlich: Länder wie Kanada etwa schreiben die Schulung am Simulator vor, die US-Luftfahrtbehörde FAA dagegen empfiehlt lediglich eine Schulung am iPad.

Die FAA hat noch kein Datum für eine Abnahme der neuen Software genannt. Sie wolle sicher sein, dass "alle Einzelheiten komplett sind und den Anforderungen entsprechen", wie es aus der Behörde hieß. Die Behörde war wegen ihrer Praktiken bei der Zulassung von Flugzeugen in die Kritik geraten. Während des vergangenen Jahrzehnts ließ sie neue Flugzeuge großteils von externen Experten und den Herstellern selbst testen.

AFP