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Bombe explodiert vor Gebäude von privatem Fernsehsender in Athen

Vor dem Sitz des privaten griechischen Fernsehsenders Skaï in Athen ist in der Nacht zu Montag eine Bombe explodiert.

Der Sitz des Fernsehsenders Skaï nach der Explosion

Der Sitz des Fernsehsenders Skaï nach der Explosion

Vor dem Sitz des privaten griechischen Fernsehsenders Skaï in Athen ist in der Nacht zu Montag eine Bombe explodiert. Nach Angaben der Polizei wurde niemand verletzt, an der Fassade des Gebäudes entstand Sachschaden. Der selbstgefertigte Sprengsatz detonierte demnach eine Dreiviertelstunde nach anonymen Warnanrufen bei einem anderen Fernsehsender und einer Internet-Nachrichtenseite.

Die Bombe von "großer Wucht" explodierte gegen 02.30 Uhr (Ortszeit, 01.30 Uhr MEZ), wie es aus Polizeikreisen hieß. Nach den Warnanrufen hatte die Polizei bereits die Straßen rund um den Fernsehsender abgesperrt und das Skaï-Gebäude evakuiert. Nach Angaben von Skaï, der am Stadtrand von Athen seinen Sitz hat, gingen die Fenster des Gebäudes zu Bruch. Es seien "schwere Schäden" entstanden.

Der Radio- und Fernsehsender gehört zu den größten in Griechenland. Er ist im Besitz der Reederei-Familie Alafouzos. Im selben Gebäude ist auch die Zeitung Kathimerini aus dem Mitte-Rechts-Spektrum ansässig. Der Sender und die Zeitung stehen der Regierung aus der Syriza-Partei von Ministerpräsident Alexis Tsipras und ihrem rechtspopulistischen Juniorpartner der Unabängigen Griechen (Anel) kritisch gegenüber.

Tsipras sprach von einem "Anschlag auf die Demokratie". Die Anti-Terror-Polizei übernahm die Ermittlungen. Sie vermutet extremistische griechische Gruppen hinter dem Anschlag. Das Vorgehen erinnert an Attentate anarchistischer oder linksradikaler Gruppen, die für eine ganze Reihe von Anschlägen auf Banken, Behörden, Botschaften und Fernsehsendern in den vergangenen Jahren verantwortlich gemacht werden.

Der Sender Skaï erklärte, er werde sich durch den Anschlag nicht einschüchtern lassen. "Wir werden unsere Arbeit zur unabhängigen Kontrolle der Regierung weiter tun." Der Regierung warf der Sender vor, die Medien trotz Drohungen nicht genug zu schützen. Bestimmte Regierungsmitglieder und "Propagandamechanismen" hätten den Sender zum Ziel gemacht.

Zuletzt hatte es am 13. November einen versuchten Anschlag auf einen Vize-Staatsanwalt des griechischen Kassationsgerichtshofs gegeben. Der Sprengsatz war nach einem Anruf entdeckt und entschärft worden.

AFP
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