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Britische Marine will Handelsschiffe durch Straße von Hormus eskortieren

Wegen der Beschlagnahme eines britischen Tankers durch den Iran hat Großbritannien seine Marine angewiesen, künftig britische Handelsschiffe durch die Seestraße von Hormus zu eskortieren.

Britische Marine soll Handelsschiffe eskortieren

Britische Marine soll Handelsschiffe eskortieren

Wegen der Beschlagnahme eines britischen Tankers durch den Iran hat Großbritannien seine Marine angewiesen, künftig britische Handelsschiffe durch die Seestraße von Hormus zu eskortieren. Das Verteidigungsministerium in London teilte am Donnerstag mit, Schiffe unter britischer Flagge sollten künftig einzeln oder im Verband von Kriegsschiffen begleitet werden, wenn sie sich rechtzeitig anmelden. Paris und Berlin hatten sich zuvor zurückhaltend zu einer europäischen Marinemission geäußert.

London reagiert mit dem Schritt auf die Beschlagnahme des britischen Frachters "Stena Impero" am vergangenen Freitag. Der Iran hatte den Frachter in der Straße von Hormus aufgebracht, nachdem die britischen Behörden von Gibraltar am 4. Juli den mit iranischem Erdöl beladenen Tanker "Grace 1" festgesetzt hatten. Es besteht der Verdacht, dass er im Verstoß gegen EU-Sanktionen Öl nach Syrien bringen wollte.

Der Iran bestreitet dies und bezeichnet das britische Vorgehen als illegal. Auch international ist die Legalität der Festsetzung der "Grace 1" umstritten. Außerdem besteht der Verdacht, dass London auf Weisung der USA handelte. Der Tanker-Streit steht vor dem Hintergrund des Konflikts um das internationale Atomabkommen mit dem Iran und die von US-Präsident Donald Trump gegen Teheran verhängten Sanktionen.

Nach der Festsetzung der "Stena Impero" kündigte Großbritannien am Montag an, die Bildung einer europäischen Marinemission zur Sicherung des Seeverkehrs in der Golfregion anzustreben. Die Bundesregierung äußerte sich zurückhaltend zu dem Vorschlag, und am Donnerstag erklärte Frankreich, keine zusätzlichen Schiffe in die Region schicken zu wollen. Es wolle aber Informationen teilen und die Kräfte koordinieren, hieß es.

Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) zeigte sich zuversichtlich, dass der Konflikt mit dem Iran auf diplomatischem Weg beigelegt werden könne. "Man sieht ja jetzt, dass es die Stunde vor allem der Diplomatie ist", sagte sie beim Besuch des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr bei Potsdam. Konkrete Anfragen für eine deutsche Beteiligung an einer europäischen Mission gebe es nicht.

Die britische Marine hat derzeit die Fregatte "Montrose" sowie mehrere kleinere Schiffe in der Golfregion. Der inzwischen abgelöste britische Außenminister Jeremy Hunt hatte am Montag gesagt, die Marine sei nicht in der Lage, jedes der zwei oder drei britischen Schiffe zu eskortieren, die täglich durch die Straße von Hormus fahren. Die "Montrose" eskortierte demnach in den vergangenen Wochen 30 Schiffen durch die Meerenge.

Indien forderte derweil den Iran auf, rasch die Besatzung der "Stena Impero" freizulassen. Unter den 23 Crewmitgliedern des Tankers sind 18 Inder. Das Außenministerium in Neu Delhi teilte mit, es habe konsularischen Zugang zu den indischen Seeleuten beantragt und dränge weiter auf ihre rasche Freilassung. Indien hoffe zudem, dass auch die 24 Inder an Bord der vor Gibraltar beschlagnahmten "Grace 1" rasch freigegeben würden.

AFP